Präsident Sergio Mattarella wurde am Samstag (29. Januar), vor dem Ende seiner ersten Amtszeit am 3. Februar, mit 759 Stimmen wiedergewählt.
Premierminister Mario Draghi bat Mattarella am selben Tag im Amt zu bleiben, was dieser akzeptierte, wie Regierungsquellen Journalist:innen mitteilten. Vor Beginn der Wahlen hatte Mattarella erklärt, er wolle keine weitere Amtszeit antreten.
Der Präsident wird von der Abgeordnetenkammer, dem Senat und den Regionalvertretungen gewählt, die insgesamt 1.008 Wähler:innen stellen.
In den ersten drei Wahlgängen benötigt der Präsidentschaftskandidat eine Zweidrittelmehrheit oder mindestens 672 Stimmen. Wenn bis dahin kein Kandidat gewählt ist, ist in der vierten Wahlrunde nur noch die absolute Mehrheit erforderlich.
Die Parteien setzten ihre Diskussionen auch nach der vierten Abstimmungsrunde fort, ohne eine Einigung zu erzielen.
In Italien gab es in der Vergangenheit nur einen weiteren Präsidenten mit zwei Amtszeiten. Der ehemalige Präsident Giorgio Napolitano wurde für eine zweite kurze Amtszeit nominiert und blieb neun Jahre lang im Amt.
Wie bei Napolitano wird auch dieses Mal der Präsident um eine zweite Amtszeit gebeten, weil ein „politischer Notfall“ vorliegt und es an geeigneten Kandidat:innen und Kompromissen zwischen den Parteien mangelt.
Es ist auch möglich, dass Matarella für eine zweite Amtszeit gewählt wurde, um ein Ausufern der Wahlsitzungen zu verhindern, denn für diese gibt es keine zeitliche Begrenzung. Die längste Wahl in der italienischen Geschichte fand 1971 statt, als Präsident Giovanni Leone nach 23 Wahlgängen gewählt wurde.

