Israel setzt Schulausflüge nach Polen wegen Sicherheitsstreitigkeiten aus

Polen, ein Land, in dem seit Jahrhunderten viele Juden und Jüdinnen leben, ist heute ein Ziel zahlreicher jüdischer Ausflüge und Pilgerfahrten. Israelis in Polen besuchen alte jüdische Viertel, jüdische Städte und Holocaust-Gedenkstätten. [Shutterstock/danielo]

Nachdem es auf Widerstand der polnischen Behörden stieß, die Sicherheitsbedenken äußerten, hat Israel die Organisation von Schulausflügen nach Polen ausgesetzt.

Die polnischen Behörden waren der Meinung, dass die von bewaffneten Sicherheitskräften des Shin Bet, des israelischen Inlandsgeheimdienstes, begleiteten Reisenden den Eindruck erwecken, Polen sei ein hasserfülltes, antisemitisches Land.

Polen, ein Land, in dem seit Jahrhunderten viele Juden und Jüdinnen leben, ist heute ein Ziel zahlreicher jüdischer Ausflüge und Pilgerfahrten. Israelis in Polen besuchen alte jüdische Viertel, jüdische Städte und Holocaust-Gedenkstätten.

Bisher wurden Klassenfahrten aus Israel nach Polen durch bewaffnete Beamte des Shin Bet geschützt.

Die Reisen wurden jedoch im vergangenen Jahr ausgesetzt, nachdem der polnische Präsident Andrzej Duda ein Gesetz unterzeichnet hatte, das die Rechte polnischer Immobilieneigentümer, darunter auch Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen, daran hindert, Ansprüche geltend zu machen, wenn ihre Immobilien entweder von den Nazis oder vom sowjetischen Regime beschlagnahmt worden sind.

Vertreter:innen Israels bezeichneten das Gesetz als antisemitisch, was die polnisch-israelischen Beziehungen für einige Zeit abkühlte.

Jetzt sei Polen offen für eine Regulierung der Reisen, könne sich aber nicht erlauben, als gefährliches Land dazustehen, sagte Łukasz Jasina, ein Sprecher des polnischen Außenministeriums.

„Eine Situation, in der die Sicherheitskräfte eines anderen Staates mit Waffen auf dem Territorium unseres Landes präsent sind, ist nach wie vor untragbar“, fügte der Sprecher hinzu.

„Aus Erfahrung wissen wir, dass israelische Jugendliche von solchen Reisen oft mit negativen Gefühlen gegenüber dem heutigen Polen und seinen Bürger:innen zurückkehren. Sie nehmen unser Land nur durch das Prisma der nazideutschen Konzentrationslager wahr, sie lernen nicht die Gesamtheit der tausendjährigen polnisch-jüdischen Beziehungen kennen und sie sind merklich von Kontakten mit ihren polnischen Altersgenossen isoliert“, twitterte der stellvertretende Außenminister Paweł Jabłoński.

Jabłoński versicherte auch, dass Polen nach einem Kompromiss suchen werde, der beide Seiten zufriedenstellen würde.

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