Intensivmediziner fordern bundesweit zentrale Verteilung von Corona-Patienten

Ein Krankenpfleger betreut einen Intensiv-Patienten in einem Krankenhaus der Region Bergische Land.

Intensivmediziner in Deutschland fordern die bundesweit zentrale Verteilung von Coronavirus-Patienten auf die Kliniken des Landes.

Sollte in „zwei bis vier Wochen“ der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht werden, seien die Belastungsgrenzen für Kliniken in einigen Regionen überschritten, warnte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

Die Bundesregierung müsse deshalb so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die Patienten bundesweit auf weniger ausgelastete Kliniken verteile. Dabei sollten das Robert-Koch-Institut (RKI), das Gesundheitsministerium, das Innenministerium und die Bundeswehr beteiligt werden, forderte Janssens.

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Damit eine solche länderübergreifende Verteilung funktioniere, müssten zudem Kliniken mit Intensivstationen staatlich verpflichtet werden, ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensivregister der DIVI zu melden, sagte Janssens. Von den rund 1160 Kliniken haben nach seinen Angaben erst rund 700 ihre freien und belegten Intensivbetten gemeldet.

Janssens kritisierte, dass die deutsche Politik nicht rechtzeitig genug auf die Ausbreitung des neuartigen Virus reagiert habe. Die Corona-Krise in Deutschland sei schon im Januar „absolut vorhersehbar“ gewesen: „Die Regierungen in Bund und Ländern hätten die klaren Signale früher wahrnehmen müssen, um dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten.“

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Nach den jüngsten Zahlen des RKI von der Nacht zum Montag gibt es in Deutschland inzwischen 52.547 bestätigte Corona-Infektionsfälle. Innerhalb von 24 Stunden wurden damit weitere 3965 Fälle verzeichnet. Die Zahl der Todesfälle durch die Pandemie liegt demnach hierzulande unverändert bei 389. Die Johns-Hopkins-Universität in den USA zählte hingegen bereits 62.095 Corona-Fälle in Deutschland. Die abweichenden Zahlen gehen auf unterschiedliche Methoden beim Einholen der Daten zurück.

 

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