Insider – Terrorzelle in Spanien plante Anschlagswelle

Der IS beansprucht den Anschlag von Barcelona für sich. [Day Donaldson/Flickr]

Der Anschlag von Barcelona mit 13 Toten hat Sicherheitskreisen zufolge nur einer von mehreren Anschlägen einer achtköpfigen Terrorzelle sein sollen.

Die Verdächtigen hätten zudem Angriffe mit Gasflaschen geplant, hieß es am Freitag in Justizkreisen. Die Polizei fahndete weiter mit Hochdruck nach dem Täter, der am Donnerstag mit einem Kleintransporter viele Menschen auf der auch bei Touristen beliebten Allee Las Ramblas in Barcelona überfahren hatte. Dabei wurden mehr als 100 Menschen verletzt. Nach Angaben der Behörden kann die Zahl der Toten noch steigen. In der Kleinstadt Cambrils, rund 100 Kilometer südlich der Metropole, töteten Einsatzkräfte in der Nacht fünf Personen. Dadurch sei ein weiterer Terrorangriff verhindert worden, erklärten die Behörden. Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Unter den Opfern in Barcelona sind nach Angaben der Regionalregierung auch Deutsche. Das ZDF berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, drei Deutsche seien ums Leben gekommen. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Augenzeugen zufolge war ein weißer Transporter mit hoher Geschwindigkeit in einem Zick-Zack-Kurs durch die Menge auf dem Prachtboulevard gefahren.

Barcelona-Attentäter auf der Flucht- Zweite Tat verhindert

Nach dem Anschlag von Barcelona mit 13 Toten und mehr als 100 Verletzten suchen die spanischen Behörden mit Hochdruck nach dem Täter.

In Cambrils wurden sechs Menschen und ein Polizist durch ein Auto angefahren, bevor die Polizei dessen Insassen erschoss und später kontrollierte Sprengungen an dem Fahrzeug auslöste. Die zunächst an den getöteten vermuteten Sprengstoffgürtel erwiesen sich als Attrappen.

Vor dem Anschlag in Barcelona war zudem eine Person bei einer Explosion in einem Haus südwestlich der Millionenmetropole ums Leben gekommen. Bewohner des Hauses in der Kleinstadt hätten Sprengstoff vorbereitet, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben einen Marokkaner und eine Person aus der spanischen Enklave Melilla fest. Keiner von ihnen sei aber der Fahrer des Transporters in Barcelona gewesen. Am Freitag wurde ein dritter Mann in der Stadt Ripoll festgenommen, der im Zusammenhang mit dem Angriff stehen soll.

Opfer aus 24 Ländern

Die Opfer des Anschlags in Barcelona stammten nach Angaben der Regierung Kataloniens aus 24 verschiedenen Ländern, darunter aus Deutschland, Pakistan und den Philippinen. Nach Angaben des französischen Außenministeriums waren 26 Franzosen unter den Verletzten. Mindestens elf von ihnen befänden sich in einem ernsten Zustand. Nach Angaben des französischen Außenministeriums sind 26 Franzosen unter den Verletzten. Mindestens elf von ihnen befänden sich in einem ernsten Zustand. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian will noch am Freitag nach Barcelona reisen, um die Opfer zu besuchen.

Obwohl der Täter noch auf der Flucht war, trauten sich die ersten Menschen am Vormittag wieder zurück auf die Flaniermeile Las Ramblas. Anwohner führten ihre Hunde spazieren und neugierige Touristen sowie Kamerateams waren zu sehen, Einige Bereiche waren weiter abgesperrt. „Ich denke, das Beste, was man tun kann, ist weitermachen. Jeden Tag machen, was man machen muss“, sagte Sebastiano Palumbo, ein italienischer Architekt, der in Barcelona arbeitet. Die spanische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Am Mittag sollte in Barcelona mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht werden. Auch in Deutschland wurde Trauerbeflaggung angeordnet.

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Das IS-Internet-Sprachrohr Amak erklärte, die Angreifer hätten die Operation als Antwort auf den Ruf der Extremisten-Miliz ausgeführt, Ziele in den Ländern der Anti-IS-Koalition ins Visier zu nehmen. Zu der von US-Streitkräften angeführten Koalition gegen die sunnitische Miliz in Syrien und dem Irak gehören auch mehrere hundert spanische Soldaten. Sie bilden irakische Soldaten aus, die gegen den IS kämpfen.

In Berlin, Nizza, Stockholm und London waren bereits Attentate mit Lastwagen oder Kleintransportern verübt worden, die Islamisten für sich reklamieren. In Madrid hatten Islamisten im März 2004 Sprengsätze in Nahverkehrszügen gezündet. Dabei waren 191 Menschen getötet und mehr als 1800 verletzt worden.

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