Geplantes Atomkraftwerk soll wegen russischer Verbindungen Risikobewertung erhalten

Das Projekt RAOS, das zur Rosatom-Gruppe gehört, ist für die Planung, den Bau und die Installation der Anlage verantwortlich, nachdem sich die deutsche E.ON und die britische Rolls-Royce aus dem Projekt zurückgezogen haben. [EPA/ KIMMO BRANDT]

Das finnische Verteidigungsministerium fordert eine Risikobewertung des von dem Energiekonsortium unter der Leitung von Fennovoima geplanten Kernkraftwerks. Anlass zur Sorge gibt die Tatsache, dass Rosatom, ein staatliches russisches Atomunternehmen, 34% des Unternehmens besitzt.

Das Projekt RAOS, das zur Rosatom-Gruppe gehört, ist für die Planung, den Bau und die Installation der Anlage verantwortlich. Die deutsche E.ON und die britische Rolls-Royce haben sich aus dem Projekt zurückgezogen.

In der Erklärung des Verteidigungsministeriums heißt es, dass das Projekt Chanhikivi geopolitische und wirtschaftliche Risiken bergen kann. Außerdem stellt sich die Frage nach der künftigen Herkunft und Lieferung des Brennstoffs für das Kraftwerk.

Etwa ein Drittel des in Finnland erzeugten Stroms stammt aus der Kernenergie. Es gibt vier Kernreaktoren, und der fünfte wird gerade fertiggestellt. Wenn das Kraftwerk Hanhikivi im Nordwesten gebaut wird, soll es rund 10 % des künftigen Strombedarfs erzeugen.

Der Eigentümer und Betreiber des Projekts, Fennovoima, reichte seinen Antrag auf Baugenehmigung 2015 ein. Das Projekt hat von Anfang an für Kontroversen gesorgt. Einige Investoren sind abgesprungen, und Umweltgruppen sind in Aufruhr.

Außerdem muss das Unternehmen die finnischen Behörden erst noch davon überzeugen, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Das Unternehmen hofft, im nächsten Jahr eine Baugenehmigung zu erhalten, 2023 mit dem Bau zu beginnen und ihn bis 2029 abzuschließen.

Die geschätzten Gesamtkosten für Hanhikivi belaufen sich nach Angaben des Unternehmens auf 7 bis 7,5 Milliarden Euro. Der Preis hat sich um etwa 500 Millionen Euro erhöht, und das Projekt muss weitere 2 Milliarden Euro aufbringen. In einem Interview mit Talouselämä am 30. September betonte Kirill Komarov, der stellvertretende Direktor von Rosatom, dass die Lizenz- und Finanzierungsprobleme gelöst würden.

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