Französische Restaurants im Lockdown: Der Ärger wächst

Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire zeigte zwar Verständnis für die schwierige Lage der Restaurantbesitzer, drohte aber auch mit Strafen bei Verstößen gegen die Anti-COVID-Vorschriften. [EPA-EFE/THOMAS COEX]

In Frankreich mehren sich Berichte über heimliche Restaurant-Öffnungen. Die Lokale sind offiziell seit November geschlossen.

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire forderte am Montag im Interview mit dem Sender RTL daher, denjenigen Restaurantbetreibern, die während der Pandemie und der bestehenden Anti-COVID-Maßnahmen Kunden bedienen, sollten die Unterstützungsgelder vorerst für einen Monat entzogen werden.

Bei „Wiederholungstätern“ müssten die Zuschüsse komplett und grundsätzlich gestrichen werden.

Le Maire äußerte zwar auch Verständnis: „Ich weiß, dass es für die Restaurantbetreiber sehr schwer ist, psychisch und wirtschaftlich.“ Er fügte jedoch sofort an: „Aber das rechtfertigt das Brechen der bestehenden Regeln nicht.“

Es handele sich schließlich um Maßnahmen zum allgemeinen Gesundheitsschutz.

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Die Gastronomie ist eine der Branchen, die am härtesten von den diversen Einschränkungen und Lockdowns betroffen war und ist.

Eine von einem Restaurantbesitzer ins Leben gerufene Bewegung ruft die Kollegen inzwischen dazu auf, die bestehenden Verbote zu ignorieren und die Lokale diesen Monat wieder zu öffnen. Die Facebook-Gruppe „Mon restaurant ouvre le 1er février“ (Mein Restaurant öffnet am 1. Februar) hatte am Montagabend mehr als 28.000 Mitglieder.

Von France Info am gleichen Tag befragt, forderte der Generalsekretär der Gasteo-Gewerkschaften Frédéric Jeanjean die Regierung auf, diesen „Schrei der Verzweiflung“ wahrzunehmen und „Dinge klar zu stellen“.

Der Gewerkschafter forderte vor allem Planungssicherheit: „Uns muss gesagt werden, ob es noch drei Monate dauert oder sechs. Wir brauchen Klarheit.“

[Bearbeitet von Tim Steins]

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