Förderklassen für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen

Schüler auf dem Schulhof. [shutterstock/Lepneva Irina]

Mit dem neuen Schuljahr startet Österreich ein Projekt, das bei Flüchtlings- und Migrantenkindern für bessere Deutschkenntnisse sorgen soll.

In Wien spricht hat die Hälfte der Kinder in den Volksschulen eine andere Muttersprache als Deutsch. Österreichweit sind es 25 Prozent. Gerade die Sprachkenntnisse sind aber für die Integration in die Gesellschaft und in weiterer Folge für die Berufsausbildung sowie den Berufseinstieg entscheidend. Die Regierung hat daher per Gesetz die Einführung eigener Deutsch-Förderklassen beschlossen. Mit dem neuen Schuljahr, das in der Alpenrepublik zu Septemberbeginn startet, werden 732 solcher Klassen für 11.300 Schulkinder geschaffen. Ein Projekt, das in der EU von Bildungsfachleuten mit Aufmerksamkeit verfolgt wird.

Laut Bildungsministerium rechnet man vor Schulbeginn mit rund 34.000 Schülern, die mit Problemen beim Beherrschen der deutschen Sprache konfrontiert sind. Sie werden daher als so genannte „außerordentliche Schüler“ eingestuft. Eigene Deutschförderklassen werden aber erst ab acht Schülern pro Standort eingerichtet. Besuchen müssen sie außerdem nur jene Kinder, die in der ersten Schulstufe aufgenommen wurden oder als gerade in Österreich angekommene Quereinsteiger ins Schulsystem gelten. Daher gibt es nur für rund ein Drittel der „außerordentlichen“ Schüler eine Trennung vom Regelunterricht und den Besuch der Förderklassen.

60 Prozent der Elementarschulen betroffen

Die restlichen 19.400 außerordentlichen Schüler fallen so durch das Raster. Doch auch sie erhalten eine spezielle Förderung und müssen neben dem normalen Unterricht eigene Deutschförderkurse besuchen. Der Unterschied zwischen Förderklassen und normalen Klassen besteht darin, dass diese Kinder in 15 bis 20 Wochenstunden nach einem eigenen Lehrplan intensiven Deutschunterricht erhalten. Für Gegenstände wie Zeichnen, Musik und Turnen werden sie aber altersgemäß den normalen Regelklassen zugeteilt. Am Ende jedes Semesters wird der Sprachfortschritt überprüft. Bei unzureichendem Fortschritt muss die Deutschklasse weiter besucht werden. Kinder, die sich deutlich verbessern, können in eine Regelklasse wechseln, erhalten aber weiterhin eine Förderung im Rahmen von „Deutsch als Zweitsprache“.

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Österreichweit wird die Förderung ab Herbst an 60 Prozent der Volks- und Neuen Mittelschulen (NMS) eingeführt. Festzustellen ist bei der Verteilung ein gewisses Ost-West-Gefälle und die höhere Anzahl von speziellen Deutschförderungen im städtischen Bereich. So sind in Wien 93 Prozent der Volksschul- bzw. 80 Prozent der NMS-Standorte betroffen. In Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg sind nur knapp über 70 Prozent.

Während Bildungsminister und Universitätsprofessor Heinz Faßmann von diesem Projekt überzeugt ist, gibt es auch Kritiker unter den Pädagogen. Sie haben Sorge, dass damit Kinder aus dem Klassenverband herausgerissen werden und durch einen isolierten Unterricht eher schlechter integriert werden können.

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