Flüchtlingslager Moria steht in Flammen

Das Flüchtlingslager Moria ist völlig ausgebrannt, mehrere Brandherde wurden identifiziert. Alle Bewohner haben das Camp verlassen. [Stratis Balaksas/ epa]

In dem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos und dessen Umgebung sind in der Nacht mehrere Brände ausgebrochen. Die Bewohner Morias mussten in Sicherheit gebracht werden.

Die Feuer auf Lesbos brachen in den frühen Morgenstunden aus – und zwar gleich an mehreren Stellen. Starke Winde fegten zudem mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde über die griechische Ägäis-Insel und fachten die Brände zusätzlich an.

In Moria stehen Medienberichten zufolge auch Wohncontainer in Flammen. Deshalb haben die Behörden damit begonnen, das Lager zu evakuieren.

Mittlerweile hätten fast alle Menschen das Areal verlassen, das nahezu vollständig brenne, meldet der staatliche griechische Radiosender ERT. Hilfsorganisationen und deren Unterstützer vor Ort berichteten in Sozialen Medien von Menschen, denen Rauch und Flammen die Fluchtwege abgeschnitten hätten.

Mindestens 28 Feuerwehrleute mit 9 Löschfahrzeugen, unterstützt von Freiwilligen, kämpfen gegen die Flammen.

Über die Ursachen der Brände gibt es unterschiedliche Aussagen: Manche Lagerbewohner sprachen von Brandstiftung durch Einheimische, anderen Berichten zufolge hatten Migranten selbst Feuer gelegt und behinderten danach die Feuerwehr bei den Löscharbeiten. Die Einsatzkräfte der Insel kämpfen parallel bereits seit Dienstagabend mit einem großen Waldbrand rund 25 Kilometer nordwestlich von Moria.

Frau und Kind sterben bei Brand in Flüchtlingslager Moria

Im griechischen Flüchtlingslager Moria, das immer wieder für menschenunwürdige Lebensbedingungen kritisiert wird, ist ein Feuer ausgebrochen. Eine Frau und ein Kind sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Quarantäne wegen Corona-Ausbruch

Das Flüchtlingslager ist seit Jahren heillos überfüllt. Derzeit leben dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums rund 12.600 Geflüchtete und Migranten – offiziell ist Moria nur für 2800 Menschen ausgelegt. In der Vergangenheit ist es bereits mehrfach zu Bränden gekommen. Im vergangenen Jahr starben dabei eine Frau und ein Kind.

Seit vergangener Woche müssen die Bewohner mit zusätzlichen Einschränkungen leben. Bei einem Somalier war eine Corona-Infektion diagnostiziert worden. Seitdem treten immer mehr Fälle auf, weshalb das Lager unter Quarantäne gestellt worden ist. Die Gesundheitsbehörden teilten am Dienstag mit, dass bisher 35 Ansteckungen verzeichnet wurden.

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