Finnlands Grüne wollen Cannabis legalisieren

Die Partei billigte mit 183 zu 181 Stimmen die Initiative zur Entkriminalisierung der Herstellung, des Konsums, des Besitzes und sogar des Verkaufs von Cannabis. (EPA-EFE/Mauricio Duenas Castaneda)

Der virtuelle Parteitag der finnischen Grünen sollte ganz im Zeichen des Klimas stehen. Doch ein Antrag zur Entkriminalisierung hat die Partei überrascht und gezeigt, welche Auswirkungen zwei Stimmen haben können.

Etwas unerwartet hat die Partei mit 183 zu 181 Stimmen die Initiative zur Entkriminalisierung der Herstellung, des Konsums, des Besitzes und sogar des Verkaufs von Cannabis angenommen. Außerdem sollen die Personenregister von Verurteilungen wegen Cannabiskonsums bereinigt werden.

In einer von der Zeitung Helsingin Sanomat im letzten Sommer durchgeführten Umfrage sprachen sich 31 % der Befragten für eine Liberalisierung des Cannabiskonsums aus. Gleichzeitig hat eine Bürgerinitiative zur Entkriminalisierung des Konsums 60.000 Unterschriften gesammelt.

Die Ausrichtung der Grünen dürfte jedoch zu radikal oder zumindest verfrüht sein, da sich alle anderen großen Parteien schnell gegen eine Liberalisierung ausgesprochen haben.

Unterstützung kam fast nur von der Jugendorganisation der liberal-konservativen National Coalition Party.

Ob sich die Grünen damit selbst ein Bein gestellt haben, bleibt abzuwarten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Uutissuomalainen hat die Partei nach der umstrittenen Abstimmung mehr Mitglieder verloren als hinzugewonnen.

Die derzeitige Fünf-Parteien-Regierung, in der die Grünen zwei Ministersitze innehaben, hat die Drogenpolitik nicht in ihrem Programm erwähnt. Aber das Thema steht jetzt ganz oben auf der Tagesordnung und wird die Grünen bei künftigen Wahlen entweder verfolgen oder begünstigen.

Unter den EU-Mitgliedstaaten haben Portugal, die Tschechische Republik und Estland den Konsum von Cannabis entkriminalisiert.

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