Finnland tritt Initiative für europäische Militärkooperation bei

Finnland ist das zehnte Mitglied der europäischen militärischen Interventionsinitiative. [Shutterstock]

Bei einem Treffen am Mittwoch in Paris begrüßten die neun zuständigen Minister aus den Mitgliedsländern der Europäischen Interventionsinitiative (EI2) Finnland als zehnten Mitstreiter. Ziel der Gruppe ist es, die „strategische Autonomie“ Europas im Bereich Sicherheit und Verteidigung zu fördern. EURACTIV Frankreich berichtet.

Das gemeinsame europäische Militärprojekt, das erstmals vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron in seiner Rede an der Sorbonne im Jahr 2017 vorgeschlagen wurde, wächst: Finnland ist seit vergangener Woche das jüngste Mitgliedsland in der gemeinsamen Interventionsinitiative.

Der Beitritt, der seit dem Besuch Macrons in Helsinki am 30. August in Vorbereitung ist, wurde am vergangenen Mittwoch (7. November) bei einem Treffen der Verteidigungsminister der Mitgliedsländer formell bestätigt.

Es handelte sich um das erste Treffen dieser Art seit dem offiziellen Start der EI2 am 25. Juni dieses Jahres.

Macron will EU-Verteidigunspolitik vorantreiben

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich zur Verteidigungspolitik der EU und seinen Reformvorschlägen geäußert. „Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln“ meint er.

Neben der Begrüßung des neuen Partners konzentrierte sich die Agenda der neun Verteidigungsminister (aus Frankreich, Deutschland, Dänemark, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Estland, Portugal und dem Vereinigten Königreich) auf die Festlegung politischer Leitlinien für künftige gemeinsame Aktionen außerhalb bestehender Strukturen wie der NATO und der EU.

Am Freitag trafen sich dann militärische Führungskräfte im Rahmen der Military European Strategic Talks (MEST). Diese waren die ersten Gesprächsrunde über tatsächliche Militär- und Sicherheitsthemen innerhalb des neuen EI2-Blocks.

Macron hatte erst kürzlich erneut die Bildung einer „echten europäischen Armee“ gefordert.

Macron fordert Bildung einer "wahren europäischen Armee"

Emmanuel Macron fordert eine gemeinsame, europäische Armee. Deutschland hat dies bisher abgelehnt.

Die EI2 soll neben eigenständigen Aktionen auch Synergien mit der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) nutzen. Diese Initiative für militärische Kooperation wurde von der EU bereits gestartet und bildet die erste Grundlage für verstärkte europäische Verteidigungszusammenarbeit.

Frankreich fordert, einige der PESCO-Projekte sollten in EI2 integriert werden.

Paris hat des Öfteren seinen Wunsch nach mehr europäischer „Sicherheits- und Verteidigungsintegration“ bekundet. Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU im kommenden März wird Frankreich künftig über die höchstentwickelte und modernste Armee der 27 EU-Mitgliedstaaten verfügen.

Weitere Informationen

500 Millionen Euro für die europäische Rüstungsindustrie

Im Vorfeld des NATO-Gipfels kommende Woche haben die EU-Parlamentarier der Schaffung eines neuen Programms zugestimmt, mit dem Innovationen in der europäischen Rüstungsindustrie vorangetrieben werden sollen.

EU-Armee: Geteilte Reaktionen im „neutralen“ Österreich

Der Wunsch der EU-Kommission nach Schaffung einer schlagkräftigen EU-Armee stößt im neutralen Österreich auf geteilte Reaktionen.

"Die EU ist militärisch gut aufgestellt - aber ineffektiv"

Trump schnaubt vor Wut, denn Deutschland weigert sich, die vereinbarten zwei Prozent Verteidigungsausgaben zu erfüllen. Das sei ohnehin die falsche Strategie, meint Verteidigungsexperte Arne Lietz.

Subscribe to our newsletters

Subscribe