Finnische Steuervermeidung in der Steueroase Luxemburg

Vermögen in der Steueroase Luxemburg zu lagern, lohnt sich für Finnlands Reiche offenbar. [Per Bengtsson / Shutterstock]

Hunderte finnische Unternehmen, namhafte Unternehmer und CEOs haben ihr Vermögen in Luxemburg angelegt, um von den dortigen niedrigen Steuern zu profitieren.

Das angelegte Vermögen beläuft sich auf Dutzende von Milliarden Euro, berichtet das investigative Journalismusprogramm MOT des finnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks Anfang dieser Woche.

Die Liste der Steuerflüchtigen umfasst unter anderem den ehemaligen Nokia-CEO Jorma Ollila sowie Ilkka Herlin, deren Familie der Konzern Kone gehört, ein international führendes Ingenieurs- und Dienstleistungsunternehmen.

Zwar sei eine derartige „Nutzung“ von Steuervorteilen in Luxemburg moralisch fragwürdig, doch seien alle Vorgänge offenbar legal abgelaufen, räumt das MOT ein. Dennoch sorgte die Steuervermeidung für Empörung im Land. Das Image Luxemburgs als Steuerparadies, das bisher im Vergleich zu den Jungferninseln oder Panama einen besseren Ruf genossen hatte, wurde dadurch getrübt, hieß es in jüngsten Medienberichten.

Besonders lautstark hat sich der sozialdemokratische und im Steuerunterausschuss des EU-Parlaments tätige EU-Parlamentarier Eero Heinäluoma geäußert. Er nannte die Erkenntnisse „schockierend“ und forderte die EU auf, sich um mehr Transparenz zu bemühen sowie derartige Steuervermeidung und -hinterziehung anzugehen.

Die Informationen waren ursprünglich von einer OpenLux-Datenbank gesammelt, dann von der französischen Zeitung Le Monde zusammengestellt und der finnischen MOT zur Überprüfung übergeben worden.

Schlag gegen Steuerhinterziehung: Mehr Transparenz in der EU

Was kompliziert kling, ist relativ simpel: Multinationale Konzerne sollen dazu gezwungen werden, Informationen darüber zu veröffentlichen, wo sie welche Gewinne machen – und welche Steuern zahlen.

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