Finnen glauben nicht daran, sich allein verteidigen zu können

Den Befragten zufolge hat sich die Wahrscheinlichkeit eines russischen Angriffs auf Finnland seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine bereits in diesem Jahr auf 19 Prozent fast verdreifacht.

Obwohl Finnland über eine beträchtliche militärische Stärke verfügt, ist weniger als die Hälfte der Bevölkerung davon überzeugt, dass sich das Land allein gegen einen großen militärischen Angriff verteidigen könnte.

Den Befragten zufolge hat sich die Wahrscheinlichkeit eines russischen Angriffs auf Finnland seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine bereits in diesem Jahr auf 19 Prozent fast verdreifacht. Bis 2027 steige das Risiko solcher russischen Maßnahmen auf 30 Prozent, so die Einschätzung der 2.800 Finn:innen, die an der Umfrage des Think-Tanks Finnish Business and Policy Forum (EVA) teilnahmen.

Bei der Frage nach einem NATO-Beitritt Finnlands sprachen sich 76 Prozent der Befragten für einen Beitrittsantrag aus, da sie glaubten, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit eines russischen Militärangriffs in diesem Jahr auf 14 Prozent sinken würde.

Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin erklärten am Donnerstag (12. Mai), Finnland solle so bald wie möglich einen Antrag auf Mitgliedschaft in der NATO stellen. Diese Äußerung hatte eine rasche Reaktion aus Moskau zur Folge.

Dmitri Peskow, der Pressesprecher von Präsident Wladimir Putin, bezeichnete den Beitritt Finnlands zur NATO als „Bedrohung“. „Natürlich muss dies alles speziell analysiert und die notwendigen Maßnahmen entwickelt werden, um die Situation auszugleichen und unsere Sicherheit zu gewährleisten“, sagte er laut der Nachrichtenagentur TASS.

Finnlands Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin haben am Donnerstag (12. Mai) offiziell die Idee eines NATO-Beitritts ihres Landes befürwortet.

Bis vor kurzem sah die finnische Führung die NATO-Mitgliedschaft als eine unnötige Provokation Russlands an, doch seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat auch in der Bevölkerung die Unterstützung für die Mitgliedschaft zugenommen.

Unmittelbar vor der Ankündigung unterzeichneten Helsinki und Stockholm Abkommen, die gegenseitige Sicherheitsgarantien mit dem Vereinigten Königreich zusichern.

Bundeskanzler Olaf Scholz versprach am Donnerstag die „volle Unterstützung“ Deutschlands für den finnischen Antrag auf NATO-Beitritt, während der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, ein solcher Schritt solle „ohne Verzögerung“ erfolgen.

In Brüssel nahm die Europäische Kommission eine neutralere Haltung ein und erklärte, es sei das souveräne Recht Finnlands, sich um eine NATO-Mitgliedschaft zu bewerben.

Das russische Außenministerium erklärte seinerseits, es werde „ernsthafte militärische und politische Konsequenzen“ geben.

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