Facebook-Oculus-Kopplung: Bundeskartellamt startet Verfahren

Facebook-CEO Mark Zuckerberg bei einer Oculus-Präsentation. [JOHN G. MABANGLO/EPA]

Das Bundeskartellamt eröffnet ein weiteres Verfahren gegen Facebook. Diesmal geht es um die Verknüpfung der Plattform mit den Virtual Reality-Brillen der Marke Oculus. Geplant ist, dass künftig nur noch Facebook-User diese Brillen nutzen können.

„Diese Verknüpfung zwischen Virtual-Reality-Produkten und dem sozialen Netzwerk des Konzerns könnte einen verbotenen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch Facebook darstellen“, sagt Andrea Mundt, Präsident des Bundeskartellamts.

Facebook sei unter sozialen Medien „marktbeherrschend in Deutschland“ und werde nun ein „bedeutender Player“ im noch jungen, aber stetig wachsenden VR-Markt. Die Kopplung könnte Wettbewerbsverzerrungen in beiden Märkten bedeuten, so Mundt. Diese Frage soll jetzt im Missbrauchsverfahren geklärt werden.

Die Firma Oculus wurde 2012 gegründet und wurde 2014 von Facebook aufgekauft, für 2,3 Milliarden Euro. Zum Kauf gaben die US-amerikanischen Kartellbehörden ihren Segen. Doch die jetzt anstehende Verknüpfung der Dienste alarmiert die deutschen Wettbewerbshüter. Konkret soll für die Nutzung der neuesten Oculus-Brille „Quest 2“ ein Facebook-Konto vonnöten sein.

Facebook-Urteil: Bundesgericht stoppt plattformübergreifende Datensammlung

Das deutsche Bundeskartellamt errang einen Etappensieg gegen Facebook. Mit sofortiger Wirkung muss die Firma aufhören, NutzerInnen-Daten der Plattformen Facebook, Whatsapp und Instagram zusammenzuführen und gemeinsam zu nutzen. Denn durch diese Praxis missbrauche Facebook seine marktbeherrschende Stellung, so der Bundesgerichtshof.

Schon zweites Verfahren

Schon im September hatte Facebook angekündigt, Oculus-Brillen in Deutschland vorerst nicht zu verkaufen. Das gilt auch für die Quest 2, deren weltweiter Verkauf am 13. Oktober gestartet hatte. Als Grund nannte Facebook damals „Gespräche mit Aufsichtsbehörden“.

Damit laufen schon zwei Missbrauchsverfahren parallel gegen Facebook. Anfang 2019  untersagte das Kartellamt der Plattform, NutzerInnendaten aus mehreren Quellen (Facebook, Instagram, Whatsapp etc.) zusammenzuführen und gemeinsam zu nutzen. Das Urteil wurde vom Oberlandesgericht Düsseldorf aufgehoben, dann aber im Juni 2020 endgültig vom Bundesgerichtshof bestätigt. Die nächste Anhörung dazu ist für den 26. März 2021 angesetzt. 

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