Facebook-Chef räumt Fehler ein

Facebook-Chef Mark Zuckerberg. [Robert Scoble]

Im Datenskandal bei Facebook hat Konzernchef Mark Zuckerberg Fehler eingeräumt und strengere Regeln angekündigt.

“Das war ein großer Vertrauensbruch. Es tut mir leid, dass das passiert ist”, sagte der Milliardär am Mittwoch in einem CNN-Interview. Wenn der Chef bei Facebook sich selbst der Öffentlichkeit stellt, muss es ernst sein. Das hat schließlich Seltenheitswert.

Facebook habe die Pflicht, die Daten seiner Nutzer zu schützen. In dem größten sozialen Netz selbst schrieb Zuckerberg: “Es gibt noch mehr zu tun.” Welche Fehler genau gemacht wurden, erklärte er nicht. Stattdessen kündigte er eine Überprüfung der Software von anderen Anbietern auf Facebook an. Zudem solle der Zugang dieser Entwickler beschränkt werden. Geplant sei auch eine Funktion, mit der Facebook-Mitglieder den Zugang zu ihren Daten unterbinden könnten.

EU-Datenschützer: Facebooks Umgang mit Daten könnte "Skandal des Jahrhunderts" werden

Die Datenschutzbehörden der gesamten EU sollten sich zusammenschließen, um den Vorwürfen gegen Facebook und Cambridge Analytica nachzugehen, so der oberste Datenschützer der EU.

Zuckerbergs Unternehmen steht in Europa und den USA unter Druck, weil die Londoner Beratungsfirma Cambridge Analytica unter Verdacht steht, Daten von 50 Millionen Nutzern auf unlautere Weise verwendet zu haben. Mit den so erstellten Profilen soll Cambridge Analytica zum Wahlsieg von Donald Trump 2016 beigetragen haben. Zuckerberg sagte CNN, sein Unternehmen wolle eine Beeinflussung der US-Kongresswahl im November sowie der Wahlen in Indien und Brasilien verhindern. Er wolle sich zudem einer weitergehenden Regulierung durch die Behörden unterwerfen und wäre auch bereit, vor dem US-Kongress auszusagen.

Der Datenskandal treibt auch Investoren um. Aus Furcht, dass Werbekunden abgeschreckt werden könnten, hat die Facebook-Aktie in den vergangenen drei Tagen mehr als 45 Milliarden Dollar ihres Marktwartes eingebüßt. Nach der Veröffentlichung von Zuckerbergs Blogeintrag ging die Aktie am Mittwochnachmittag allerdings mit einem Plus von 0,7 Prozent aus dem Handel. Die Pläne von Facebook sehen offenbar nicht vor, die Nutzung von Mitgliederdaten für Werbezwecke deutlich einzuschränken. Dies wiederum ist für die Gewinne des Unternehmen entscheidend.

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