Europol wird bei der Ermittlung zum Mord an Daphne Caruana Galizia hinzugezogen

Die maltesische Investigativreporterin Daphne Caruana Galizia starb am 16. Oktober durch eine Autobombe. [Times of Malta]

Drei Ermittler von Europol beteiligen sich an der Untersuchung zur Ermordung der maltesischen Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia.

Das teilte die maltesische Polizei am Donnerstag mit. An den Ermittlungen zu dem Autobombenattentat sind bereits niederländische Polizeiexperten und Beamte der US-Bundespolizei FBI beteiligt.

Der Präsident des Europaparlaments, Antonio Tajani, hatte am Dienstag eine internationale Untersuchung unter Beteiligung von Europol gefordert. In der Mitteilung der maltesischen Polizei hieß es, noch sei nicht geklärt, ob der beim Attentat verwendete Sprengstoff Semtex oder TNT gewesen sei. Proben vom Tatort seien an ausländische Labors geschickt worden. Teams gingen rund um die Uhr Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

Eine Gruppe von Frauen schlug am Donnerstag im Zentrum der maltesischen Hauptstadt Valletta Zelte auf und kündigte einen viertägigen Sitzstreik an, um ihrer Forderung nach Entlassung des Polizeichefs und des Justizministers Nachdruck zu verleihen.

Für Sonntag war eine weitere Großdemonstration geplant. Am vergangenen Sonntag waren in Valletta tausende Menschen zum Gedenken an die getötete Journalistin auf die Straße gegangen. Sie forderten Gerechtigkeit, Pressefreiheit und eine rasche Aufklärung des Falls.

Caruana Galizia war durch eine unter ihrem Auto befestigte Bombe getötet worden. Die 53-Jährige hatte mehrere Korruptionsaffären in Malta aufgedeckt. Sie recherchierte auch über Vorwürfe in den „Panama Papers“, die sich unter anderem gegen den sozialdemokratischen maltesischen Regierungschef Joseph Muscat und dessen Frau richteten.

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