Europol: IS entwickelt eigenes soziales Netzwerk

Attraktiv für die Terroristen des IS: Messenger-App Telegram wirbt damit, dass die verschickten Botschaften verschlüsselt vom Absender zum Empfänger gelangen und sich auf Wunsch von selbst zerstören. [Eduardo Woo/Flickr]

Der Islamische Staat baut nach Erkenntnissen der europäischen Polizeibehörde Europol ein eigenes soziales Netzwerk auf. Wie schwierig es ist, die Plattform vom Netz zu nehmen, bleibt offen.

Bei einer Kampagne gegen extremistische Internet-Inhalte sei die neue IS-Plattform entdeckt worden, erklärte Europol-Chef Rob Wainwright am Mittwoch. Die Islamisten reagierten damit auf den wachsenden Druck von Geheimdiensten, Polizei und Technologiekonzernen, die eine Verbreitung von IS-Propaganda über das Internet zu verhindern suchten.

Der Europol-Leiter ließ offen, ob es technisch schwieriger ist, eine eigene IS-Plattform vom Netz zu nehmen als die Kommunikation der Miliz über herkömmliche Kanäle im Internet zu unterbinden.

Messaging-App Telegram besonders beliebt

Der IS hat seine Nachrichten bisher vor allem über allgemein zugängliche Netze verbreitet. Zu Gewalttaten bekennen sich die Extremisten oft über die ihr nahestehende Agentur Amak. Für ihre eigene Kommunikation besonders stark genutzt haben die Islamisten vergangenes Jahr vor allem die Messaging-App Telegram.

Technologieunternehmen wie Facebook und Google werden von der Politik dazu gedrängt, gegen extremistische Inhalte in ihren Netzen vorzugehen und die verschlüsselte Kommunikation von Gruppen wie dem IS zu erschweren. Wainwright erklärte, hier gebe es Fortschritte. Allerdings würden noch immer schreckliche Videos verbreitet. Auf Internet-Filmen des IS war wiederholt zu sehen, wie Menschen getötet wurden.

Facebook geht mit 3000 neuen Mitarbeitern gegen Gewalt-Videos vor

Im Kampf gegen Gewalt-Videos will Facebook 3000 weitere Mitarbeiter einstellen. Sie sollten die 4500 Beschäftigten unterstützen, die bereits Berichte über unangemessene Beiträge oder Filme überwachten, kündigte Firmenchef Mark Zuckerberg am Mittwoch in einem Eintrag des Online-Netzwerks an. Zuletzt waren verschiedene Mord-Videos auf Facebook aufgetaucht, die weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatten.

Zuckerberg hatte bereits Mitte April angekündigt, Facebook werde alles tun, um ein Posten solcher Filme künftig zu verhindern. Nun erklärte er: „Wir arbeiten daran, dass es einfacher wird, diese Videos zu melden, damit wir schneller richtig handeln können.“ Dies könne etwa ein schnelles Reagieren bedeuten, wenn jemand Hilfe benötige, oder um einen Eintrag zu löschen.

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