Europa Kompakt: Der Weg zur klimaneutralen Kleinstadt

Abonnieren Sie Europa Kompakt!

Europa Kompakt ist EURACTIVs morgendlicher Newsletter. Sie können ihn hier abonnieren.

Während ein Gros der Aufmerksamkeit den Großstädten gewidmet wird, fragen sich kleinere Kommunen oft, wie sie denn eigentlich klimaneutral werden sollen. Ein Blick über den Tellerrand hinaus, zum dänischen Städtchen Sonderburg, kann da Inspiration geben.

Diese “Vorzeigekommune,” wie Bundesminister Robert Habeck sie nennt, will schon 2029 weitgehend klimaneutral werden. Auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft, in der auch die Landbevölkerung klimaneutral sein soll, bietet die grenznahe Stadt also wichtige Einblicke.

“Grün ist besser” ist das Mantra der lokalen Bevölkerung, die aufgrund der Nähe zum globalen Familienkonzern Danfoss schon früh von den zwar eigentlich unspannenden, aber wichtigen Energieeffizienzmaßnahmen profitieren, die oft leichter vorzunehmen sind als gedacht.

So steht in der Stadt einerseits ein nahezu energieneutraler Supermarkt, der die Abwärme der Kühlung ins örtliche Wärmenetz einspeist, während gleichzeitig eine batteriebasiertes Fährunternehmen darauf hinarbeitet an das kommunale Wärmenetz angeschlossen zu werden.

In Sonderburg wurde das Rad nicht neu erfunden. Schlussendlich wird die Stadt ab 2029 durch einen Mix aus Energieeffizienz, Solarthermie und der Nutzung von Abwärme in den kommunalen Wärmenetzen klimaneutral sein.

Wer die Stadt besucht, der merkt, wie Robert Habeck einst in seiner Rolle als Umweltminister von Schleswig-Holstein, wie einfach es gehen kann, wenn nur die Bevölkerung mit an Bord geholt wird.

Den Artikel zum Thema können Sie hier lesen.

EU-Gebäudesanierungsinitative: Ärmeren Haushalten drohen „Renovictions“. Angesichts der Energiekrise und der Notwendigkeit, den Gebäudesektor rasch zu dekarbonisieren, sieht sich die EU nun mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert: „Renovictions“, bei denen die Mieter aufgrund von Mieterhöhungen nach der Sanierung aus Häusern oder Wohnungen verdrängt werden.

Neuer Fracking-Vorstoß in Rumänien stößt auf alte Hindernisse. Mit den drittgrößten erschließbaren Frackinggasreserven in Europa und der notwendigen Technologie verfügt Rumänien über alle Voraussetzungen, um von dem Versuch anderer, Energielieferanten zu diversifizieren, zu profitieren. Das Thema bleibt allerdings weiter heikel.

Chatkontrolle. Die Pläne der EU zur Bekämpfung sexuellen Missbrauchs von Kindern sind in Deutschland auf viel Kritik gestoßen. Nun hat Berlin eine Liste mit 61 kritischen Fragen zur Chatkontrolle nach Brüssel geschickt, die Netzpolitik.org veröffentlichte. Die Bundesregierung will beispielsweise wissen, wie sich die Überprüfung von Kommunikationsinhalten mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vereinbaren lässt oder wie hoch der Anteil falsch-positiver Treffer sein werde.

Dämpfung der Digitalisierung? Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom denkt eine klare Mehrheit der deutschen Unternehmen, dass der russische Angriffskrieg, Unterbrechungen von Lieferketten, steigende Energiekosten und eine beschleunigte Inflation die Digitalisierung einbremsen werden. Zwei Drittel glauben, dass in fünf Jahren digitale Geschäftsmodelle von sehr großer Bedeutung oder sogar entscheidend für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg sein werden.

Kyjiws Pläne für eine “Getreide-OPEC.” Angesichts der globalen Nahrungsmittelkrise, die Russlands Angriff und Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen ausgelöst hat, hat die Ukraine vor Kurzem Vorschläge für eine Organisation der Getreide exportierenden Staaten gemacht, ähnlich der OPEC für Ölexporte. Doch Expert:innen stehen dem Vorschlag teils skeptisch gegenüber.

Abgeordnete schauen sich EU-Getreidehilfen an. Vor einigen Wochen hatte die EU sogenannte “Solidaritätskorridore” für ukrainische Getreideexporte angekündigt. Eine Gruppe von EU-Abgeordneten des Agrarkomitees ist gestern an die polnisch-ukrainische Grenze gereist, um die Umsetzung der Maßnahmen vor Ort unter die Lupe zu nehmen. Heute wollen sie ihre Beobachtungen vorstellen.

EU-Kommissar auf Bayern-Tour. EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski ist seit gestern zu Besuch in Bayern. Angesichts der wichtigen Rolle, die Landwirtschaft und ländliche Räume für die Region spielen, will sich der Kommissar vor Ort ein Bild machen – begonnen hat der Besuch jedoch in einem Münchner Biergarten.

Dänemark unterstützt EU-Erweiterung. Kopenhagen hat seine Meinung geändert und unterstütze nun die EU-Erweiterung, insbesondere für die Ukraine, so der dänische Außenminister Jeppe Kofod in Luxemburg gegenüber EURACTIV.

Bulgarien könnte Nordmazedonien-Veto aufheben. Wenige Tage vor dem EU-Gipfel, auf dem die Staats- und Regierungschefs über die EU-Erweiterung beraten, hat Bulgarien Signale der Hoffnung gegeben, dass es sein Veto gegen die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit Nordmazedonien aufheben könnte.

Gazprom senkt Lieferungen an Slowakei trotz Rubelzahlungen. Der russische Energieriese Gazprom hat die Gasexporte in die Slowakei am Wochenende um die Hälfte gekürzt. Die geringeren Exporte setzten sich am Montag fort, wie der slowakische Gasversorger SPP mitteilte.

Zensur- und Spionagevorwürfe: Finnland schließt Konfuzius-Institut. Ein Kooperationsvertrag zwischen der Universität Helsinki und dem Konfuzius-Institut wird gekündigt, nachdem dem Institut vorgeworfen wurde, chinesische Soft Power zu fördern, Spionage zu betreiben und Diskussionen über Tibet zu behindern.

Ukraine wird Partner der Drei-Meeres-Initiative. Die Mitgliedsstaaten der Drei-Meeres-Initiative (3SI) haben der Ukraine den Status eines teilnehmenden Partners der Gruppe zuerkannt und unterstützen ihre Bemühungen um einen EU-Beitritt.

Niederlande setzen auf Kohle, um Gas zu sparen. Die Niederlande wollen in den kommenden Monaten Kohlekraftwerke betreiben, um Gas für den kommenden Winter zu sichern, nachdem Gazprom seine Lieferungen zurückgefahren hatte.

Tschechien widerwillig offen für EU-Vertragsänderung. Die tschechische Ratspräsidentschaft werde die Einberufung eines Konvents zur Öffnung der Verträge nicht verhindern, wenn es einen „starken Willen“ dafür gibt, so der Minister für EU-Angelegenheiten, Mikuláš Bek.

  • EU: Treffen der für EU-Angelegenheiten zuständigen Minister im Vorfeld des EU-Gipfels und des Rates “Allgemeine Angelegenheiten”.
  • EU-Chefdiplomat Josep Borrell hält eine Videokonferenz mit den G7-Außenministern ab und nimmt an den Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU und der Westbalkanstaaten teil.
  • Innenkommissarin Ylva Johansson und Justizkommissar Didier Reynders empfangen die bulgarische Justizministerin Nadejda Iordanova.
  • Vizepräsidentin Věra Jourová trifft den Justizminister der Republik Moldau, Sergiu Litvinenco.
  • EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola trifft den finnischen Präsidenten Sauli Niinistö, anschließend findet eine Pressekonferenz statt.
  • Ausschusssitzungen des Europäischen Parlaments.
  • Deutschland: Bundeskanzler Olaf Scholz empfängt die litauische Premierministerin Ingrida Simonyte.
  • Frankreich: Beerdigung von Frederic Leclerc-Imhoff, dem in der Ukraine getöteten BFMTV-Journalisten.
  • Österreich: Erstes Treffen der Vertragsstaaten des Abkommens über das Verbot von Atomwaffen.
  • Italien: Premierminister Mario Draghi spricht vor dem EU-Gipfel vor dem Parlament.
  • Bulgarien: Das Parlament beginnt mit den Beratungen über ein Misstrauensvotum gegen die Regierung von Kiril Petkov. Es ist noch unklar, ob das Kabinett 121 Stimmen erhalten wird, um an der Macht zu bleiben.
  • Serbien: Neue Runde des Dialogs zwischen Belgrad und Pristina auf Ebene der Chefunterhändler mit Schwerpunkt auf dem Energieabkommen.
  • Westsahara: Wirtschaftsforum Marokko-Spanien.

Subscribe to our newsletters

Subscribe