EU wird nach Journalistenmord aktiv

Gedenken an Ján Kuciak und seine Lebensgefährtin. [EPA-EFE/DAVID DUDUCZ]

Nach der Ermordung des slowakischen Journalisten Ján Kuciak will auch die EU-Kommission Nachforschungen anstellen.

“Wir schauen uns den Fall jetzt genau an”, sagte Haushaltskommissar Günther Oettinger der Zeitung “Die Welt” mit Bezug auf den Mord an einem Journalisten in der Slowakei. In ein paar Wochen werde es über die Finanzströme und einen möglichen Missbrauch Klarheit geben. Oettinger hält es nach eigenen Worten für möglich, dass in dem Fall Zahlungen an Landwirte oder Agrarunternehmen für kriminelle Zwecke missbraucht worden seien.

Der 27-jährige Enthüllungsjournalist hatte für Springer über Straftaten von Geschäftsleuten berichtet, von denen manche Verbindungen zu Politikern hatten. Medienberichten zufolge ging es bei seinen Recherchen auch um mutmaßlichen Subventionsbetrug. Er und seine Freundin wurden am Wochenende erschossen aufgefunden. Am Mittwoch trat der slowakische Kulturminister Marek Madaric wegen des Falles zurück. “Ich kann es als Kulturminister nicht hinnehmen, dass ein Journalist in meiner Amtszeit ermordet wird”, sagte er zur Begründung.

Investigativer Springer-Journalist Jan Kuciak in Slowakei getötet

In der Slowakei sind der Enthüllungsjournalist des Axel-Springer-Verlags Jan Kuciak und seine Lebensgefährtin getötet worden.

Der Fall hat in der Slowakei für Entsetzen gesorgt. Die Regierung hat für Hinweise zur Ergreifung des Täters eine Million Euro Belohnung ausgesetzt.

“Auch wenn die Hintergründe noch nicht vollständig aufgeklärt sind, liegt der Verdacht nahe, dass das Verbrechen im Zusammenhang mit einer laufenden Recherche unseres Kollegen steht”, teilte Springer bereits am Montag mit.

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