EU werkelt an Zertifizierungssystem für 5G-Sicherheit

Es gibt diverse Bedenken gegenüber Betreibern aus Drittländern. [Shutterstock]

Ein EU-weites Zertifizierungssystem für die Cybersicherheit von 5G-Netzwerken soll in der gesamten EU eingeführt werden, um technische Schwachstellen in der nächsten Generation der mobilen Kommunikation zu beheben. Das teilte die Europäische Kommission am Mittwoch (3. Februar) mit.

Der Schritt ist Teil des 2019 verabschiedeten EU-Cybersicherheitsgesetzes, das Marktteilnehmer dazu ermutigen soll, die Sicherheit ihrer Geräte zu verbessern, um eine EU-Zertifizierung zu erhalten. Die Cyber-Agentur der EU, ENISA, wurde damit beauftragt, die Standards zu entwickeln, die für die Erlangung des Zertifikats erforderlich sind.

Die Cybersicherheit von 5G-Netzwerken beschäftigt die politischen Entscheidungsträger schon lange: Die EU versucht, einen gemeinsamen Ansatz in Bezug auf die Sicherheit von Netzwerken zu etablieren, da es diverse Bedenken gegenüber Betreibern aus Drittländern gibt.

Vestager: EU-Staaten sollten bei 5G nicht nachlassen

Digitalkommissarin Margrethe Vestager hat die Telekommunikationsministerien der EU-Staaten dazu aufgerufen, Verzögerungen bei der Zuweisung von 5G-Frequenzen „so weit wie möglich zu vermeiden“. 

Im Januar vergangenen Jahres stellte die Kommission ihre 5G-Toolbox vor, in der die EU-Staaten das Risikoprofil von Telekommunikationsanbietern bewerten sollten, um Beschränkungen für jene Anbieter anzuwenden, die als risikoreich gelten.

Ein Fortschrittsbericht zu den Plänen im Juli drängte die Mitgliedsstaaten weiter dazu, „dringende Fortschritte“ zu machen, um die Risiken für 5G-Telekommunikationsnetzwerke, die von bestimmten „Hochrisiko-Anbietern“ ausgehen, zu mindern.

Die Ankündigung vom gestrigen Mittwoch, ein Cyber-Zertifizierungssystem für 5G zu etablieren, kommt nun, da die EU versucht, die Mitgliedsstaaten in der Frage der Telekommunikationssicherheit endlich näher zusammenzubringen.

Im Januar hatte der Europäische Rechnungshof kritisiert, dass die EU-Länder in Bezug auf die 5G-Sicherheitsprotokolle „in unterschiedlichem Tempo vorankommen“.

„Die Mitgliedsstaaten haben notwendige Sicherheitsmaßnahmen entwickelt und begonnen, diese zu implementieren, um die Risiken zu minimieren,“ räumte Paolo Pesce vom Europäischen Rechnungshof zwar ein. „Aber aus den bisher gesammelten Informationen geht hervor, dass die Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung dieser Maßnahmen in unterschiedlichem Tempo vorgehen.“

EU-Staaten beim Thema 5G-Sicherheit nicht gleichauf

Die EU-Länder machen „unterschiedliche Fortschritte“ bei den 5G-Sicherheitsprotokollen, so der Europäische Rechnungshof. Die Protokolle waren von der Europäischen Kommission eingeführt worden, um die EU-weite Sicherheit der neuesten Telekommunikationsnetze zu gewährleisten.

Unterdessen äußerte Binnenmarktkommissar Thierry Breton in einer Erklärung am Mittwoch seine Hoffnung, dass der neue Zertifizierungsrahmen die EU-Nationen bei der 5G-Sicherheit näher zusammenbringen könnte.

„Sicherheit ist das Herzstück bei der Einführung der 5G-Technologie. Die EU-weite Zertifizierung, in Kombination mit anderen Arten von Maßnahmen in der EU 5G Toolbox, unterstützt unsere Bemühungen, die 5G-Sicherheit zu optimieren und technische Schwachstellen zu beheben,“ sagte er. „Deshalb ist es wichtig, dass die Mitgliedsstaaten weitere Fortschritte bei der Umsetzung der Toolbox machen.“

Der chinesische Telekommunikationshersteller Huawei, der in der Vergangenheit in einigen Mitgliedsstaaten, darunter zuletzt in Schweden, für Bedenken sorgte, begrüßte seinerseits die neuen Entwicklungen: „Ein europäisches Cybersicherheits-Zertifizierungssystem ist das Rückgrat für einen sicheren 5G-Betrieb in Europa,“ lobte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber EURACTIV.com.

Und: „Wir glauben, dass diese Ankündigung ein positiver Schritt ist, da 5G in Europa entscheidend für den Fortbestand einer widerstandsfähigen digitalen Gesellschaft ist.“

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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