EU-Kommission will Vorschlag für einheitliche Ladekabel vorlegen

Die Europäische Kommission drängt schon seit über einem Jahrzehnt auf ein einheitliches Ladegerät für Mobiltelefone, war damit jedoch nur teilweise erfolgreich. [Shutterstock]

Die Europäische Kommission wird im September einen Gesetzesentwurf vorlegen, mit dem einheitliche Ladegeräte für Mobiltelefone und andere elektronische Geräte innerhalb der EU festgeschrieben werden sollen. Dies bestätigte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle am vergangenen Donnerstag (12. August).

Die Europäische Kommission drängt schon seit über einem Jahrzehnt auf ein einheitliches Ladegerät für Mobiltelefone, war damit jedoch nur teilweise erfolgreich.

Der nun geplante Schritt dürfte den Hersteller Apple mehr betreffen als seine Konkurrenten: iPhones und die meisten anderen Produkte von Apple werden über das sogenannte Lightning-Kabel mit Strom versorgt, während Android-Geräte über USB-Anschlüsse betrieben werden.

Rund die Hälfte der Ladegeräte, die 2018 gemeinsam mit Mobiltelefonen in der Europäischen Union verkauft wurden, hatten einen USB-Micro-B-Anschluss, während 29 Prozent einen USB-C-Anschluss und 21 Prozent einen Lightning-Anschluss hatten, wie eine Studie der Kommission im Jahr 2019 ergab.

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Die EU-Exekutive entwerfe derzeit die entsprechende Gesetzgebung und wolle sie wahrscheinlich im kommenden Monat vorlegen, sagte die Quelle, ohne weitere Details zu nennen. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments hatten indes bereits im vergangenen Jahr mit überwältigender Mehrheit für einheitliche Anschlüsse gestimmt und dabei die Vorteile für die Umwelt sowie die Benutzerfreundlichkeit angeführt.

Mehrere Hersteller – darunter Apple, Samsung, Huawei und Nokia – hatten ihrerseits 2011 eine freiwillige Vereinbarung zur Harmonisierung der Ladegeräte für neue Smartphone-Modelle unterzeichnet. Dies führte tatsächlich zu einer deutlichen Reduzierung der Anzahl unterschiedlicher Ladegeräte und einer stärkeren Angleichung des Marktes auf USB 2.0 micro-B-Anschlüsse.

Die Kommission versuchte daraufhin, im Jahr 2018 eine endgültige Lösung in dieser Frage zu finden – scheiterte aber.

Apple warnt derweil, dass der EU-Vorstoß für ein einziges gemeinsames Ladegerät der Innovation schaden und einen „Berg von Elektronikmüll“ erzeugen würde, wenn die (Apple-)Nutzer:innen gezwungen wären, auf neue Ladegeräte umzusteigen. Weiter hieß es, die Gesetzgebung sei unnötig, da die Geräte per Adapter entsprechend an andere Systeme angeschlossen werden könnten.

In der Studie der Kommission aus dem Jahr 2019 wurden fünf Optionen für ein einheitliches Ladegerät vorgeschlagen, von denen drei die Anschlüsse am Gerät selbst und die anderen beiden die externe Stromversorgung betreffen.

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