EU-Kommission kündigt finanzielle Unterstützung für Flüchtlinge in Griechenland an

Flüchtlinge in einem Flüchtlingslager an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien. [Kostas Tsironis/dpa]

Die EU-Kommission hat neue Finanzmittel in Höhe von 180 Millionen Euro für Hilfsprojekte in Griechenland angekündigt – einschließlich eines Hilfsprogramms. Euroefe berichtet.

Das für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständige Kommissionsmitglied, Christos Stylianides, verkündete nach einem Treffen im Athen mit dem griechischem Ministerpräsident Alexis Tsipras eine finanzielle Unterstützung von 180 Millionen Euro für Hilfsprogramme in Griechenland.

Die Finanzierung schließt die Ausweitung des Soforthilfeprogramms zur Integration und Unterbringung von Flüchtlingen (ETSIA) ein. Durch dieses Programm sollen Flüchtlinge dabei unterstützt werden, „die Flüchtlingslager zu verlassen und Unterkünfte in den Städten zu finden“. Zudem soll ihnen eine „regelmäßige finanzielle Unterstützung“ zu Verfügung gestellt werden, heißt es in der Mitteilung der Kommission.

„Unsere humanitäre Programme für Flüchtlinge in Griechenland sind ein klares und deutliches Zeichen europäischer Solidarität. Wir bleiben auch weiterhin unseren Versprechen treu, Flüchtlinge in Griechenland zu einem sichereren und würdigen Leben zu verhelfen und ihre Integration in lokale Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern“, sagte Stylianides.

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Das Kommissionsmitglied betonte die positive Ergebnisse des ETSIA Programms und zollte „den griechischen Bürgern und Bürgermeistern, die die Flüchtlingen willkommen gehießen haben, besondere Anerkennung“.

Das im Juli 2017 zusammen mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen eingeführten ETSIA Programm sei „die bedeutendste Hilfsoperation der EU in Griechenland“ und zielt darauf, den Flüchtlingen aus den Lagern zu helfen. Durch das Programm wurden bislang über 23.000 städtische Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt und ein Liquiditätshilfemechanismus eingeführt, von dem über 41.000 Flüchtlinge und Asylbewerber profitieren.

Zusätzlich wurden sechs Verträge mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen geschlossen um die „dringenden humanitären Bedürfnisse in Griechenland anzugehen“.

Die Kommission hat, so heißt es in der Mitteilung, Griechenland bisher auf verschiedenen Wegen mit insgesamt über 1,5 Milliarden Euro dabei unterstützt, die humanitären Probleme des Landes anzugehen und die Herausforderungen durch Migration und die Sicherung der Außengrenzen zu meistern.

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