EU-Innenminister beraten über Hilfe für Italien in Flüchtlingskrise

Sind auch auf freiwillige Helfer auf Booten angewiesen: Flüchtlinge wie hier vor der Insel Lampedusa. [Foto: dpa]

Italien macht Druck auf die EU-Partner: Das Land sei von den zahlreichen Bootsflüchtlingen überfordert. Nun beraten die EU-Innenminister über mögliche Hilfe.

Die EU-Innenminister beraten heute über Hilfe für das in der Flüchtlingskrise überlastete Italien (09.00 Uhr). Italien will bei dem Treffen in der estnischen Hauptstadt Tallinn den Entwurf für einen Verhaltenskodex mit schärferen Regeln für Hilfsorganisationen vorlegen, die Bootsflüchtlinge vor Libyen retten.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag einen Aktionsplan vorgestellt, der von den Mitgliedstaaten verstärkte Bemühungen bei der Umverteilung von Asylbewerbern und die Einhaltung von Finanzzusagen zur Bekämpfung von Fluchtursachen fordert.

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Gleichfalls am Donnerstag findet in Rom ein Treffen zur Flüchtlingskrise von Außenministern mehrerer EU-Staaten einschließlich Deutschlands, afrikanischer Länder sowie von UN-Vertretern statt. Schwerpunkt ist eine verstärkte Zusammenarbeit mit afrikanischen Transit-und Herkunftstaaten in der Flüchtlingskrise.

Italien hatte angesichts steigender Flüchtlingszahlen vergangene Woche den Druck auf die anderen EU-Staaten erhöht: Die Regierung in Rom der EU drohte damit, ausländischen Schiffen mit geretteten Flüchtlingen künftig die Einfahrt in italienische Häfen zu verbieten. Regierungskreise bestätigten der Nachrichtenagentur AFP die Angaben. „Es kann so nicht weitergehen“, sagte ein Regierungsvertreter.

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