EU gewinnt prestigeträchtigen Preis in Spanien – und hofft auf „neuen Kampfgeist“

Der Regionalpräsident Asturiens Javier Fernandez gibt bekannt, dass die EU dieses Jahr den Prinzessin-von-Asturien-Preis für Einheit erhält. Oviedo, Asturien, Nordspanien, 21. Juni 2017 [Manuel Cereijildo/ EPA]

Die Europäische Union hat den Prinzessin-von-Asturien-Preis für Eintracht gewonnen – von manchen auch „Nobelpreis Spaniens“ genannt. Der sozialistische EU-Abgeordnete Jonás Fernández (S&D), der die EU nominiert hatte, erklärte gegenüber EFE, er habe damit in Zeiten der Krise den „Kampfgeist wieder erstarken lassen“ wollen.

Im Angesicht der Gefahren des Brexit und des Populismus in Europa, entschied Fernández sich, die EU zeitgleich mit ihrem 60. Geburtstag als Kandidat für den Prinzessin-von-Asturien-Preis zu nominieren. In seiner Nominierung vom März schrieb Fernández: „Es gibt kein besseres Zeichen für Eintracht, als Frieden. Aber es geht nicht um einen abstrakten, rhetorischen, ideellen oder zukünftigen Frieden, sondern um einen fassbaren und alltäglichen Frieden, wie er in der europäischen Gemeinschaft seit dem 9. Mai 1950 gelebt wird.

Fernández weiter: „über den internationalen Frieden hinaus steht die Europäische Union auch für ein Projekt der Demokratie und der Menschenrechte. Sie ist die Weltregion, in der die individuellen Freiheiten am besten geschützt werden.“ Der junge S&D-Abgeordnete drückte seine Hoffnung aus, der Preis würde dazu beitragen, „dass das Vertrauen der Bürger in dieses Projekt erneuert wird.“

EU-Friedensnobelpreis als Auftrag für Gegenwart und Zukunft?

ÖGfE-UmfrageDer Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die EU. Die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hat zu diesem Anlass eine österreichweite Umfrage in Auftrag gegeben, die sich den Erwartungen an die EU und der Zukunft des Integrationsprozesses widmet.

Im Gespräch mit EFE sagte Fernández, er habe bei seinem Werben für die EU im Vorfeld der Preisverleihung Unterstützung von Dutzenden Politikern, Geschäftsleuten, Botschaftern und Persönlichkeiten aus den Bereichen der Kunst und der Zivilgesellschaft erhalten. Der spanische MEP, der Mitglied des Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europäischen Parlaments ist, hofft, dass die Verleihung des Preises im Oktober als „symbolischer Neustart“ Europas wirken kann.

Unter den Politikern, die seinen Vorschlag unterstützten, waren unter anderem der ehemalige spanische Premierminister Felipe González, die ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten Josep Borrell und José María Gil-Robles, der ehemalige Kommissar Joaquín Almunia sowie der S&D-Vorsitzende Gianni Pittella.

In einer gemeinsamen Erklärung nahmen die drei Präsidenten der EU-Institutionen, Jean-Claude Juncker, Donald Tusk und Antonio Tajani, den Preis an, dankten der Stiftung und gratulierten gleichzeitig Spanien, das nun seit 30 Jahren der EU angehört.

Der Prinzessin-von-Asturien-Preis ist eine Reihe jährlich von der Prinzessin-von-Asturien-Stiftung (vormals Prinz-von-Asturien-Stiftung) vergebener Preise in Spanien, mit denen Einzelpersonen, Gemeinschaften oder Organisationen aus der ganzen Welt für bemerkenswerte Errungenschaften in den Natur- und Geisteswissenschaften sowie in öffentlichen Angelegenheiten geehrt werden.

Der Preis wurde erstmals am 24. September 1980 vom damals zwölfjährigen Felipe, Prinz von Asturien und spanischer Thronfolger, vergeben. Er hat das Ziel, „die Verbindungen zwischen dem Fürstentum und dem Prinzen von Asturien zu stärken, und wissenschaftliche, kulturelle und humanistische Werte, die Teil des universalen menschlichen Erbes sind, zu fördern und zu ihnen beizutragen.“ Die Preise werden im Campoamor-Theater in Oviedo, der Hauptstadt des Fürstentums Asturien, vergeben. Die Gewinner erhalten eine Skulptur, die vom berühmten spanischen Künstler Joan Miró extra für diesen Preis geschaffen wurde.

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