Estland befestigt seine Grenze zu Russland

Grenzübergang für Fußgänger an der Grenze zwischen Russland (Ivangorod) und Estland (Narva). [Shutterstock/Telia]

Estland errichtet einen neuen Stahlzaun an seiner südöstlichen Grenze zu Russland. Das Land folgt damit den Maßnahmen, die andere baltische Länder und Polen bereits zur „Verstärkung“ ihrer Grenzen ergriffen haben.

In einem geheimen Projekt steht Estland kurz vor der Fertigstellung der ersten 23 Kilometer eines 2,5 Meter hohen Zauns aus Stahl und Stacheldraht – der erste Schritt in einem langen Prozess zur Modernisierung des gesamten Grenzkontrollapparats.

Einem Bericht des finnischen Rundfunks (YLE) zufolge sollen bis 2025 weitere 35 Kilometer in ähnlicher Weise gebaut werden.

Die estnisch-russische Grenze hat eine Länge von rund 330 Kilometern, von denen etwa 130 Kilometer auf dem Landweg verlaufen.

Nach der Fertigstellung im Jahr 2027 wird die gesamte Grenze mit Kameras in Echtzeit überwacht werden, sagte Egert Belitšev, stellvertretender Generaldirektor für Grenzmanagement bei der estnischen Polizei- und Grenzschutzbehörde, in einem Interview mit YLE. Er fügte hinzu, der Zaun sei nur ein Teil der Reform.

Das estnische Projekt ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Länder ihre Grenzen im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 verstärkt haben. Nur Finnland, die Slowakei und Rumänien haben ihre Ostgrenze seit der Krise nicht modernisiert, so YLE.

Nach Ansicht von Menschenrechtsaktivisten könnte der Bau von Zäunen gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die Flüchtlingskonvention von 1951 und das dazugehörige Protokoll von 1967 verstoßen.

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