Elf Tote nach Schüssen in zwei Shisha-Bars

Mittwochabend waren Schüsse in zwei Shishabars in Hanau nah Frankfurt gefallen, elf Menschen sollen insgesamt getötet worden sein. [Foto: Wiesbaden 112]

Bei einem Attentat im hessischen Hanau sind am Mittwochabend mindestens neun Menschen getötet worden. Inzwischen wurde laut Medienberichten in einer Wohnung die Leiche des mutmaßlichen Täters zusammen mit einem Bekennerschreiben gefunden.

Der Hessische Rundfunk (HR) berichtete, die Schüsse seien in zwei Shisha-Bars gefallen. Zunächst sei eine Bar in der Innenstadt angegriffen worden, dort seien drei Menschen getötet worden. Danach seien der oder die Täter in den Stadtteil Kesselstadt weitergefahren. Dort seien dann in einer anderen Shisha-Bar fünf Menschen erschossen worden.

Die Polizei bestätigte lediglich zwei Tatorte. Schüsse fielen demnach am Heumarkt im Zentrum der Kleinstadt bei Frankfurt am Main sowie in Kesselstadt. Die Taten ereigneten sich gegen 22.00 Uhr. Kenntnisse über weitere Tatorte gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher. Er konnte zunächst auch keine Angaben dazu machen, wie viele Menschen bei den Schießereien noch verletzt wurden. Zur Identität der Opfer äußerten sich die Ermittler ebenfalls nicht.

Noch Mittwoch Nacht fanden Spezialkräfte der Polizei in einem Reihenhaus im Stadtteil Kesselstadt die Leiche des mutmaßlichen Täters und eine weitere tote Person. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Hinweise auf weitere Täter. Zuvor hatte ein Großaufgebot der Polizei Kontrollen durchgeführt, auch ein Hubschrauber war eingesetzt worden.

320-prozentiger Anstieg rechtsextremer Terroranschläge seit 2013

Während die Zahl der durch Terroranschläge verursachten Todesfälle im Jahr 2018 rückläufig war, lässt sich ein deutlicher Anstieg von Aktivitäten rechtsextremistischer terroristischer Gruppen feststellen.

In der Wohnung des mutmaßlichen Täters ist Medienberichten zufolge ein Bekennerschreiben gefunden worden. Auch ein Video sei sichergestellt worden, berichtete der Hessische Rundfunk am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Sicherheitskreise. Beides werde nun ausgewertet. Die „Bild“-Zeitung berichtete, der mutmaßliche Täter habe in dem Bekennerschreiben „wirre Ansichten, viele davon auch rechtsradikaler Natur“ geäußert. Die Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main bestätigten die Berichte zunächst nicht. Sie verwiesen auf die laufenden Ermittlungen.

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zeigte sich erschüttert. Es sei ein Abend, „wie man ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann“, sagte Kaminsky der „Bild“-Zeitung. Er sei „tief betroffen“. Die Hanauer CDU-Bundestagsabgeordnete Katja Leikert schrieb auf Twitter: „Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle.“

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