Thüringens neuer FDP-Ministerpräsident Kemmerich tritt zurück

Der gestern neu ernannte thüringische Ministerpräsident Thomas Kemmerich (l.) lässt sich vom AfD-Abgeordneten Björn Höcke gratulieren. [Bodo Schackow/ epa]

Nur 25 Stunden nach seiner Wahl hat der neue thüringische Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) seinen Rücktritt erklärt. „Der Rücktritt ist unumgänglich“, sagte Kemmerich am Donnerstag nach einem Krisengespräch mit FDP-Chef Christian Lindner in Erfurt. Er trete zurück, um damit „den Makel der Unterstützung durch die AfD vom Amt des Ministerpräsidenten zu nehmen“.

Das Twitter-Team des FDP-Vorsitzenden auf Bundesebene, Christian Lindner, kündigte eine Pressekonferenz für 15 Uhr an.

In dieser erklärte Lindner, er werde am morgigen Freitag im FDP-Parteivorstand die Vertrauensfrage stellen. Er wolle weiterhin Parteichef bleiben, brauche nach den Ereignissen in Thüringen aber eine erneute Legitimation.

Zuvor hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die von ihrer eigenen Partei und der rechtsextremen AfD ermöglichte Wahl des Thüringer FDP-Chefs zum Ministerpräsidenten als „unverzeihlich“ verurteilt. Sie forderte am heutigen Donnerstag bei einem Besuch im südafrikanischen Pretoria, das gestrige Ergebnis müsse „wieder rückgängig gemacht werden“.

Neuwahlen in Thüringen seien „eine Option“, sagte Merkel weiter. Wichtig sei jedoch zunächst, dass die CDU sich an einer Regierung unter dem Ministerpräsidenten Kemmerich „nicht beteiligt“.

Auch die Bundesvorsitzenden von CDU und CSU, Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder hatten die Wahl Kemmerichs am Mittwoch aufs Schärfste verurteilt.

Derweil meldet die Linke einen bundesweiten Boom bei den Neueintritten: Binnen eines Tages nach Kemmerichs Wahl seien zehnmal so viele Mitglieder eingetreten wie üblich, sagte Linken-Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag in Berlin.

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