EFRE in Hamburg: Positive Energie für die Stadt

Hamburg ist eine energie-intensive Stadt, auch wegen des Hafens. [EFRE in Hamburg: Positive Energie für die Stadt]

Städte brauchen Kraft. Wo Menschen zusammenkommen, brummen Wirtschaft und Motoren, Büros und Wohnungen brauchen Wärme und Licht. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen Stadtregierungen daher verstärkt auf erneuerbare Energien setzen.

Die Hansestadt Hamburg steht dabei vor besonderen Herausforderungen. „Zwar sind in Hamburg die CO2-Emissionen seit 1990 rückläufig, aber bis zur klimaneutralen Stadt ist es noch ein weiter Weg. Denn Hamburg ist eine wachsende Stadt und nicht nur muss die Wohnraumschaffung und die Mobilitätswende vorangebracht werden, auch die Dekarbonisierung der energieintensiven (Grundstoff) Industrie- und Gewerbebetriebe muss erreicht werden“, sagt ein Sprecher Pressesprecher der Hamburger Umweltbehörde gegenüber EURACTIV Deutschland.

Eine große Rolle spielt dabei der Hamburger Hafen. Hier werden täglich Tonnen von Containern bewegt, mit Kränen und Lastwägen.

Daher förderte der Stadtsenat 2018 ein Projekt, um den Hafen klimaschonender wirtschaften zu lassen: Im Container Terminal Altenwerder werden Diesel-Containerwägen ersetzt durch batteriebetriebene selbstfahrende Transporter („Automated Guided Vehicle“ oder AGV), deren Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Das verbessert neben der Klimabilanz auch die Luftqualität, da weder CO2 noch Stickoxide oder Feinstaub ausgestoßen werden.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Während die Transporter aufgeladen werden, berechnen sie exakt, wie viel Strom sie gerade brauchen, und führen den Überfluss zurück ins Netz – das hilft, Überlastungen vorzubeugen.

Dafür flossen acht Millionen Euro aus dem EU-Regionalfödertopf EFRE an die ausführende Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). „Die HHLA setzt in Altenwerder ein spannendes Projekt um, das gleich drei positive Effekte hat: Es spart CO2 und hilft so beim Klimaschutz, es verringert den Stickoxidausstoß und mindert so die Luftbelastung. Und es dient obendrein als flexible Speicherlösung und bringt so die Energiewende voran“, so Hamburgs Umweltsenator Jans Kerstan bei der Übergabe der Förderung.

EFRE in Berlin: Regionalförderung auf Schienen

Berlin macht mobil. Die Stadt will ihren öffentlichen Verkehr massiv ausbauen, und nimmt dafür Milliarden in die Hand. Ein Teil davon stammt aus EU-Regionalförderungen, mit denen etwa der Ausbau der Straßenbahnen co-finanziert wird.

Beitrag zur Netzstabilität

Seither kommt das Projekt gut voran. Heute kommen bereits 60 der AGVs zum Einsatz, bis spätestens 2023 soll die Flotte aus knapp 100 AGVs komplett elektrisch und emissionslos durch Ökostrom betrieben sein. Aktuell stehen am Terminal 13 Stomtankstellen, fünf weitere kommen noch hinzu.

Ab 2023 werden die Batterien der Transporter außerdem eine zusätzliche Aufgabe bekommen und als mobile Stromspeicher fungieren, um das Netz insgesamt zu stabilisieren. „So zeigt das Projekt beispielhaft auf wie Unternehmen in die Energieversorgung intelligent eingebunden werden und so zur Netzstabilität beitragen können“, so der Behördensprecher.

Er bezeichnet das Projekt als „ein gutes Beispiel dafür, dass Klimaschutzmaßnahmen neben dem Klimaschutzeffekt auch einen betriebswirtschaftlichen Vorteil für das Unternehmen bringen und einen Beitrag zur Minderung der Schadstoff- und Lärmemissionen leisten.“ Auf lange Sicht soll der gesamte Containerumschlag des Hafens dekarbonisiert werden.

Intelligenter Strom durch EU-Strukturmittel

ForscherInnen in Bielefeld arbeiten an einer künstlichen Intelligenz, die den Strom je nach Wetterlage anders verteilt.

Fernwärme aus Kupferproduktion

Auch in anderen Bereichen des Hamburger Energiemanagements kommen EFRE-Gelder zum Einsatz: Beim Projekt enercity entsteht grüne Fernwärme für die Stadt, als Nebenprodukt der Kupfererzeugung. Dafür flossen 2,9 Millionen Euro aus EU-Regionalfördertöpfen. „Die Wärmewende ist ebenso ein zentraler Baustein, um die Klimaziele der Stadt zu erreichen“, so der Behördensprecher.

Die Zentrale soll noch 2021 fertiggestellt werden, um mehrere Stadtteile mit Abwärme zu versorgen: Über 16.000 werden dann beinahe emissionsfrei beheizt, das bringe ein Ersparnis von rund 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr. „Dieses Projekt  ist eines der größten Abwärmeprojekte in Deutschland und es leistet für die Klimaziele und Energiestrategie Hamburgs einen wichtigen Beitrag“, sagt der Sprecher.

Auch enercity-Vorstandsvorsitzende Susanna Zapreva ist optimistisch. „Die Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sind ein wichtiger Grundstein für die Realisierung des Projektes Industriewärme in Hamburg“, so Zapreva bei der Übergabe des Förderbescheids im August 2019. „Hamburg ist nun ein leuchtendes Vorbild für andere Industriestädte.“

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