E-Autos machen erstmals mehr als zehn Prozent der Neuverkäufe aus

Es muss ja nicht gleich das teuerste Spielzeug sein: Die E-Auto-Verkäufe steigen in der EU jedenfalls an. [EPA-EFE/MAURITZ ANTIN]

Der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Autoverkäufen in der EU hat sich im Jahr 2020 mehr als verdreifacht und erreicht erstmals 10,5 Prozent. Das zeigen neue Zahlen europäischen Automobilherstellerverbands ACEA. 

Diese Zahlen werden als Zeichen dafür gewertet, dass die Anreize der EU und der einzelnen Staaten, mit denen die Nachfrage nach emissionsfreien Autos gefördert werden soll, nun doch endlich Früchte tragen: Der Anstieg der Verkäufe von Elektrofahrzeugen deute offenbar darauf hin, dass die bisherige Dominanz von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen in der gesamten EU schwindet.

Das wäre im Hinblick auf die Ziele der EU bis 2030 (nämlich 35-40 Prozent Marktanteil für Elektrofahrzeuge) allerdings auch bitter nötig.

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Deutschland will klimaneutral werden. Dafür müssen die CO2-Emissionen auf null sinken. Wie geht das im Verkehr? Möglich wird dies mit Elektromobilität, mehr Bus, Bahn und Radverkehr. Doch bislang wird noch gebremst.

Der ACEA teilt weiter mit, Plug-in-Hybridfahrzeuge hätten im vergangenen Jahr darüber hinaus einen Marktanteil von 11,9 Prozent erreicht, während der Anteil der benzinbetriebenen Fahrzeuge auf weniger als 50 Prozent sank.

„Mit der richtigen politischen Unterstützung, einschließlich eines massiven Ausbaus der Lade- und Betankungsinfrastruktur für alternative Kraftstoffe in allen EU-Mitgliedsstaaten, kann sich dieser positive Trend fortsetzen,“ teilte Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG und Präsident des ACEA, mit.

EU-Druck scheint zu wirken

Die EU hat strenge Emissionsstandards festgelegt, mit denen die Autohersteller dazu „motiviert“ werden sollen, ihre Ressourcen verstärkt auf saubere Fahrzeuge zu verlagern. Demnach müssen Autos bis 2030 im Vergleich zu 2021 37,5 Prozent weniger CO2 ausstoßen; Kleintransporter sollen 31 Prozent weniger erreichen.

Die Europäische Kommission hofft, dass diese Maßnahmen dazu führen, bis 2030 insgesamt 30 Millionen emissionsfreie Fahrzeuge auf die Straßen der EU zu bringen. Um diesen Anstieg zu ermöglichen, hat sich die EU-Exekutive unter anderem das Ziel gesetzt, bis dahin mindestens 2,75 Millionen Ladestationen in der Union einzurichten.

Fünf Jahre Dieselgate: VWs bitterer Jahrestag

Der deutsche Autohersteller Volkswagen hat nach Angaben von Verbrauchergruppen Autofahrer, die durch den Emissionsbetrugsskandal von 2015 betrogen wurden, immer noch nicht entschädigt.

Die relativ strengen CO2-Ziele der EU sind einer der Gründe für die Zunahme von Elektrofahrzeugkäufen, argumentiert Julia Poliscanova, Senior Director für saubere Fahrzeuge bei der NGO Transport & Environment.

Sie betont: „Nationale Anreize haben dazu beigetragen, dass die Verkäufe in Schwung gekommen sind. Aber wir hätten niemals so viele Elektroautos kaufen können, wenn die Autohersteller sich nicht beeilt hätten, saftige Geldstrafen zu vermeiden.“

Transport & Environment fordert die EU-Institutionen nun auf, noch ambitioniertere Ziele für 2025 einzuführen, um sicherzustellen, dass die Versorgung mit Elektroautos auch in den kommenden Jahren „nicht ins Stocken gerät“.

Lockdown-Auswirkungen?

Die Lockdown-Maßnahmen haben die Gewinne des Einzelhandels auf dem gesamten Kontinent im Jahr 2020 beeinträchtigt, wobei die Autoindustrie besonders stark betroffen war.

Der Pkw-Absatz ging im vergangenen Jahr um fast 25 Prozent zurück; im Vergleich zu 2019  wurden rund drei Millionen weniger Fahrzeuge verkauft.

BMW-Chef Zipse betonte seinerseits dennoch, die europäische Autoindustrie werde trotz des wirtschaftlichen Abschwungs an dem Ziel festhalten, langfristig klimaneutral zu werden.

[Bearbeitet von Frédéric Simon und Tim Steins]

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