Die schlechtesten Flughäfen der Welt: Europa ganz weit vorne

Laut einer neuen Studie liegen acht der zehn schlechtesten Großflughäfen der Welt in der EU; Schlusslicht ist Lissabon-Portela. [Photo: e X p o s e / Shutterstock]

Laut einer neuen Umfrage, die vergangene Woche von einer führenden Gruppe für Passagierrechte veröffentlicht wurde, befinden sich acht der zehn „schlechtesten“ Großflughäfen der Welt in der EU. Am anderen Ende der Skala finden sich nur drei EU-Flughäfen in der Top Ten.

Flughäfen in Frankreich, Malta, den Niederlanden, Portugal, Rumänien und im Vereinigten Königreich gehören zu den weltweit schlechtesten, was pünktliche Abflüge und Landungen, Dienstleistungen und Geschäfte angeht. Das geht aus einem neuen Ranking hervor, das offizielle Flugdaten und Umfragen berücksichtigt. Letztere wurden unter rund 40.000 Reisenden durchgeführt.

AirHelp, der laut eigener Aussage weltweit führende Spezialist für Passagierrechte, kam zu dem Schluss, dass der portugiesische Flughafen Lissabon-Portela der schlechteste unter den 132 untersuchten Airports war. Er erhielt nur 5,7 von zehn möglichen Punkten.

Der niederländische Flughafen Eindhoven belegt derweil Platz 130, gefolgt von Bukarest (Platz 129), dem Malta International Airport (128), Manchester (127), Paris-Orly (126), Porto (125) und London-Gatwick (123).

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Die „Pünktlichkeitsleistung“ wurde mit 60 Prozent für die Gesamtpunktzahl gewichtet, während Dienstleistungen und Lebensmittel- sowie andere Geschäfte jeweils mit 20 Prozent gewichtet wurden. AirHelp hat sich entschieden, nur die Flughäfen zu bewerten, die als „populäre Flughäfen“ gelten und für die genügend Daten erhoben werden konnten.

Mit dem Ranking wurde auch der „beste Flughafen der Welt“ gekürt, nämlich Hamad International in Katar. Der wichtige Knotenpunkt im Nahen Osten hatte die Auszeichnung auch schon im Vorjahr gewonnen.

Drei EU-Flughäfen unter den Top-Ten

Nur drei der zehn besten sind EU-Flughäfen: Athen belegte den dritten Rang und rutschte damit um einen Platz im Vergleich zu 2018 ab; Danzig und Teneriffa Nord folgen auf den Plätzen fünf und neun.

Für Brüsseler Jetsetter dürfte ein überraschendes Ergebnis sein, dass Charleroi deutlich besser als der Hauptflughafen Brüssel-Zaventem bewertet wurde. Der Low-Cost-Flughafen Charleroi konnte sich vor allem dank einer soliden Pünktlichkeitswertung den 14. Platz sichern, während Zaventem nicht einmal die Top 100 knackte und auf einem enttäuschenden 115. Platz landete.

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Luftfahrtexperten erklärten gegenüber EURACTIV, es sei nicht verwunderlich, dass bei der AirHelp-Erhebung Flughäfen wie Hamad oder Athen so hoch platziert seien. Ein Hauptgrund dafür sei ihr relativ stabiles Klima. Eine befragte Quelle zeigte sich in dieser Hinsicht allerdings überrascht, dass die spanische Insel Teneriffa den neunten Platz schaffte: Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen und der Lage des Flughafens in einem Tal müssten Landeanflüge dort „öfter abgebrochen als durchgezogen“ werden.

Schlechte Wetterbedingungen führten ebenfalls dazu, dass kein einziger US-Flughafen in den Top Ten auftaucht. Meteorologisch bedingte Verspätungen sind ein häufiges Problem in vielen der wichtigsten Knotenpunkte der Staaten. Atlanta war auf Rang 34 dementsprechend der höchstplatzierte US-Vertreter.

Hauptproblem: Steigende Passagierzahlen

AirHelp-CEO Henrik Zillmer erklärte hingegen, insbesondere die Überlastung und die langen Warteschlangen hätten zu schlechten Bewertungen bei einigen der weltweit bekanntesten Flughäfen geführt. Gerade die großen Airports hätten nach wie vor Schwierigkeiten, sich an die steigenden Passagierzahlen anzupassen.

So ist beispielsweise die Zahl der mit dem Flugzeug zurückgelegten Reise-Kilometer in der EU seit 2005 um 60 Prozent gestiegen – und es ist damit zu rechnen, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzen wird, so ein Bericht über die Umweltauswirkungen der Luftfahrt zu Beginn dieses Jahres.

Vergangene Woche teilte der offizielle EU-Datenerhebungsdienst Eurostat mit, dass jede sechste Reise der EU-Bürger im Jahr 2017 mit dem Flugzeug durchgeführt wurde. Das sind etwa 218 Millionen Flüge bei insgesamt 1,3 Milliarden Reisen.

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