Deutschland verlängert militärischen Einsatz im Kosovo

Derzeit sind 80 Bundeswehrsoldat:innen an der Mission beteiligt, die insgesamt rund 3.700 Soldat:innen zählt. Damit ist Deutschland nach Italien und den Vereinigten Staaten der drittgrößte Beitragszahler der KFOR. [Gorodenkoff/Shutterstock]

Deutschland hat den militärischen Einsatz der NATO-geführten Friedensmission Kosovo Force (KFOR) am gestrigen Mittwoch verlängert. Besonders der russische Einfluss der Region wird als Problem gesehen. 

Derzeit sind 80 Bundeswehrsoldat:innen an der Mission beteiligt, die insgesamt rund 3.700 Soldat:innen zählt. Damit ist Deutschland nach Italien und den Vereinigten Staaten der drittgrößte Beitragszahler der KFOR.

„Unser Engagement vor Ort bei den Menschen im Kosovo sowie generell bei den Menschen in der Westbalkan Region ist in diesen Tagen wichtiger denn je. Denn wir sind Zeugen eines brutalen Krieges mitten in Europa“, sagte Thomas Hitschler, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, am Mittwoch im Bundestag.

„Und er hat eben auch Auswirkungen hier im westlichen Europa als auch und insbesondere auf dem multiethnisch geprägten Westbalkan. Russland hat seit jeher ein erhebliches Interesse an der Destabilisierung der Region. Auch um hierüber Druck auf die Europäische Union auszuüben“, fügte er hinzu.

In dem Antrag auf Verlängerung der Operation wird zwar festgestellt, dass die Lage derzeit stabil ist, doch wird gleichzeitig betont, dass das Potenzial für eine Eskalation zwischen Serbien und dem Kosovo, insbesondere im Norden, weiterhin fortbesteht.

„Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wächst die Sorge über russische Versuche, die Region zu destabilisieren“, heißt es in dem Antrag.

Serbien ist nach wie vor einer der engsten Verbündeten Russlands in der Region, da sich die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić trotz wiederholter Aufforderungen seitens der Europäischen Union bisher geweigert hat, Sanktionen gegen Russland zu verhängen.

„Angesichts dieser Entwicklungen bleibt der NATO-Einsatz auch weiterhin im Interesse der deutschen Sicherheitsstrategie in der Region.“

Um die Sicherheit auf dem Westbalkan zu gewährleisten, hat sich die Bundesregierung außerdem dafür entschieden, sich personell an der EU-Stabilisierungstruppe in Bosnien (EUFOR-ALTHENA) zu beteiligen. Deutschland hatte sich 2012 aus der EU-Mission zurückgezogen.

Der Bundestag wird am Freitag über den entsprechenden Antrag zum Wiedereintritt in den Einsatz abstimmen.

„Aus diesem Grund haben wir uns als Bundesregierung entschieden – vorbehaltlich der Zustimmung des Deutschen Bundestages – uns auch bei EUFOR ALTHEA in Bosnien und Herzegowina weiter zu engagieren“, erklärte Hitschler.

Subscribe to our newsletters

Subscribe