Deutschland und Frankreich eröffnen erste gemeinsame Batteriezell-Anlage

Emmanuel Macron und Forschungsministerin Anja Karliczek bei der gestrigen Eröffnung der PIlotanlage. [Caroline Blumberg/ epa]

Deutschland und Frankreich wollen gemeinsam an der Fertigung von Batteriezellen unter anderem für Elektroautos forschen. Am Donnerstag eröffneten beide Länder dazu eine Pilotanlage.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weihten am Donnerstag eine Pilotanlage im westfranzösischen Nersac ein. Sie wird von einem deutsch-französischen Konsortium um den Autobauer Opel, dessen Mutterkonzern PSA und den Batteriespezialisten Saft betrieben, der zum Ölkonzern Total gehört.

„Europa muss in den Zukunftstechnologien ganz vorn mitspielen“, sagte Karliczek der Nachrichtenagentur AFP. Macron betonte: „Unser Ehrgeiz ist es, europäische Batteriezellen zu entwickeln.“ Bisher stammten die Akkus aus asiatischen Ländern wie Korea oder China. Die hiesige Industrie hänge damit von Produzenten ab, „die die Preise erhöhen wie sie wollen“, betonte Macron.

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Konkret geht es um die Fertigung hochwertiger Lithium-Ionen-Akkus, die langlebig sein sollen und kurze Ladezeiten ermöglichen. Karliczek verwies darauf, dass die Batterietechnologie für „die vielfältigsten Anwendungen“ gebraucht werde, von der Elektromobilität über stationäre Stromspeicher bis hin zu medizinischen Geräten. Bei Elektroautos sind Batterien das teuerste Bauteil und gleichzeitig das entscheidende für die Reichweite.

Bis 2023 will Karliczeks Ministerium die Forschung in diesem Bereich mit rund einer Milliarde Euro fördern, wie sie AFP weiter sagte. Macron kündigte staatliche Investitionen von knapp 700 Millionen Euro an.

Die EU-Kommission hatte im Dezember Staatsbeihilfen Deutschlands und sechs weiterer Mitgliedsländer im Umfang von insgesamt 3,2 Milliarden Euro gebilligt. Der europäischen Batteriezellen-Fertigung wollen sich auch Italien, Polen, Belgien, Schweden und Finnland anschließen.

Opel-Chef Michael Lohscheller erklärte, Deutschland und Frankreich stellten damit „die Weichen für die Zukunft“. Er verwies auf das geplante Batteriezell-Werk im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern. „Wir investieren gemeinsam mit unserem Partner Saft einen Milliardenbetrag und schaffen 2000 Arbeitsplätze“, betonte Lohscheller. Eine deutsche Forschungsfabrik soll zudem im westfälischen Münster entstehen.

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Macron sagte vor Mitarbeitern des Batterieherstellers Saft, auch in Frankreich entstünden mittelfristig 2000 bis 2500 Arbeitsplätze. Zunächst sind nach seinen Worten in Nersac und Bordeaux rund 200 Menschen mit der Forschung beschäftigt. Die industrielle Fertigung soll in Frankreich ab 2022 beginnen, in Deutschland spätestens Mitte der 20er Jahre.

Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs hatten bereits Ende 2018 in einer Absichtserklärung eine gemeinsame Batteriezellen-Strategie vereinbart. Damit soll ein „Airbus“ der Batteriezellen entstehen, wie Macron unter Anspielung auf den europäischen Flugzeugbauer sagte.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wirbt bereits seit Monaten für „Batteriezellen made in Germany“. Nach seinen Angaben sind von deutscher Seite neben Opel auch Unternehmen wie BASF, BMW, Umicore und Varta beteiligt.

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