Deutsche Wirtschaft fordert Abbau der Reisebeschränkungen mit Drittstaaten

Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, BDI), fordert Lockerung der Reisebestimmungen [HAYOUNG JEON]

Ein Bündnis aus BDI und Verbänden der Tourismuswirtschaft hat am Donnerstag (27. Mai) die Bundesregierung aufgefordert, die Beschränkungen für Geschäfts- und Urlaubsreisen mit Drittstaaten rasch abzubauen.

„Die Sommersaison steht vor der Tür und für die Unternehmen der Reisewirtschaft zählt nun jeder Tag“, erklärte am Donnerstag der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbands, Dirk Inger. Die Bundesregierung müsse „die harten Reiseverbote für Geimpfte, Genesene und Getestete“ aufheben.

Den Appell an die Regierung unterzeichneten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft sowie der Tourismuswirtschaft und der Deutsche Reiseverband.

Sie verwiesen auf die Empfehlung des Europäischen Rates von vergangener Woche, angesichts des Fortschritts bei Impfkampagnen und Teststrategien für private Reisen die Einreiseverbote mit Drittstaaten wieder aufzuheben.

Einige EU-Staaten hätten „sofort“ mit der Umsetzung des Beschlusses begonnen – Deutschland dürfe nicht hinterherhinken.

Die Bundesregierung müsse Reiseverbote mit Drittstaaten jetzt schnellstmöglich aufheben. Sie müsse „zügig“ entscheiden, die pauschale Testpflicht vor Abflug nach Deutschland auf jene Flugreisende zu beschränken, die aus einem Risikogebiet einreisen, forderten die Verbände.

Das Festhalten an der pauschalen Testpflicht für alle Reisenden sei bei Einreise aus Nicht-Risikogebieten „unverhältnismäßig“, da diese Pflicht Prozessabläufe im internationalen Luftverkehr unnötig verkompliziere.

Zur Vereinfachung des Reisegeschehens brauche es im Verkehr mit Drittstaaten zudem digitale Lösungen für den Nachweis von Impfungen, Genesung und Tests.

Die Aufhebung der Reisebeschränkungen mit Drittstaaten sei notwendig für den Tourismusstandort, da Hotels, Restaurants und viele andere Betriebe in Deutschland auf die Einnahmen von Touristen angewiesen seien, erklärten die Verbände.

Nötig sei sie auch für eine weitere Belebung des Reisegeschehens im wichtigen Sommergeschäft, für die weitere Erholung der exportorientierten Industrie sowie den Ausbau dringend benötigter Luftfrachtkapazitäten.

Die EU-Staaten hatten vergangenen Mittwoch den Weg für die Lockerung der in der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote für Drittstaaten freigemacht.

Die Mitgliedstaaten können Geimpfte aus Drittstaaten einreisen lassen, wenn die Immunisierung mit einem in der EU zugelassenen Vakzin erfolgt ist.

Es steht den EU-Regierungen daneben frei, auch Menschen, die einen Impfstoff mit Notfallzulassung der Weltgesundheitsorganisation erhalten haben, ins Land zu lassen.

Derzeit sind nur sieben Staaten wegen einer guten Corona-Lage von dem Einreisestopp ausgenommen: Australien, Israel, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand.

Für weitere Ausnahmen setzten die EU-Staaten den Inzidenzwert bei Corona-Infektionen von 25 auf 75 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen herauf.

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