CoFoE: Teilnehmerzahlen sind ermutigend, aber Mitgliedsstaaten sollten mehr tun

Der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel, der Präsident des Europäischen Parlaments David Sassoli und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula Von Der Leyen. Sie werden die Ergebnisse des CoFoE bewerten

Die Organisator:innen der Konferenz zur Zukunft Europas (CoFoE) sind „ermutigt durch die Anzahl der Besuche auf der Plattform und die Unterstützung“, so ein Sprecher der Konferenz gegenüber EURACTIV. Zuvor hatten sich einige Teilnehmer:innen beschwert, dass die Veranstaltung nicht genug Aufmerksamkeit erhalte.

Die Quelle bezog sich auf die mehrsprachige CoFoE-Plattform, das Online-Tool, mit dem EU-Institutionen Bürger:innen aus 27 Mitgliedstaaten einladen, zu diskutieren, Ideen vorzuschlagen und lokale Veranstaltungen zu organisieren.

„Das Ziel der mehrsprachigen digitalen Plattform ist es, die Diskussion zwischen den Bürgern zu fördern und die Zugänglichkeit und Transparenz der Konferenz zu gewährleisten. Die Plattform steht allen EU-Bürgern offen, und wir möchten natürlich, dass möglichst viele von ihnen mit ihren Ideen dazu beitragen“, fügte die Sprecherin hinzu.

Bis heute haben 179.513 Personen bereits 10.001 Ideen, 16.828 Kommentare abgegeben und 3.899 Veranstaltungen organisiert.

Diese Plattform ist nur ein Teil des Konferenzprozesses: Parallel dazu nehmen 800 zufällig ausgewählte Bürger:innen an vier Panels teil und erarbeiten Empfehlungen, die sie den EU-Abgeordneten zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 vorlegen.

Die Zahl der Teilnehmer:innen an der Plattform kann in einer politischen Landschaft, in der die nationalen Medien und Politiker:innen derzeit nicht viel Notiz nehmen, als beachtlich angesehen werden.

EU zerstreut Befürchtungen über mangelndes Medieninteresse an CoFoE

Trotz Befürchtungen der Teilnehmer:innen, dass die CoFoE keine Schlagzeilen macht und daher vielleicht nicht wirksam ist, hat ein Sprecher des EU-Parlaments ihnen versichert, dass die Medien zuhören und ihre Stimmen gehört werden.

Die Teilnehmer:innen des Prozesses haben auch ihr Feedback gegeben. Während sie mit der Veranstaltung insgesamt zufrieden sind, haben sie das Gefühl, dass sie von den Medien etwas vernachlässigt wird. Dies, so befürchten sie, könnte dazu führen, dass ihre Vorschläge von den Abgeordneten nicht ernst genommen werden.

Bei einer Umfrage, die die Organisatoren in der Online-Sitzung des zweiten Panels zur Demokratie in der vergangenen Woche durchführten, gab beispielsweise nur ein Drittel der Teilnehmer:innen an, dass sie in den Medien etwas über die Konferenz gehört hätten.
Darüber hinaus fragte ein Teilnehmer die Moderatoren, wie man den Bekanntheitsgrad von CoFoE erhöhen könne, um es in der gesamten EU populärer zu machen.

Sie antworteten, dass sie keine Antwort darauf hätten, schlugen aber vor, den Live-Stream der Veranstaltungen in den sozialen Medien zu teilen und so vielen Menschen wie möglich davon zu erzählen.

Eine Quelle der Kommission sagte gegenüber EURACTIV: „Die EU-Institutionen haben das Potenzial, die Medienberichterstattung über die Konferenz zu erhöhen“, aber die Quelle sagte, dass mehr Anstrengungen in Bezug auf die Kommunikation von „wichtigen politischen Akteuren und Interessengruppen in allen Mitgliedstaaten“ unternommen werden sollten.

Themen und Ideen

Es gibt insgesamt neun Kategorien auf der Plattform, die dieselben Themen widerspiegeln, über die auch die Panels debattieren. Diese sind Klimawandel und Umwelt, Gesundheit, eine stärkere Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Beschäftigung, die EU in der Welt, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, digitale Transformation, europäische Demokratie sowie Migration, Bildung, Jugend und Sport.

Die Plattform steht in 24 Sprachen zur Verfügung, so dass alle EU-Bürgerinnen in ihrer eigenen Sprache eine Veranstaltung einreichen, daran teilnehmen, sie unterstützen und erstellen können. Dies ist das erste Mal, dass die EU-Institutionen eine Online-Plattform für alle 24 Sprachen eingerichtet haben.

Am Ende des Prozesses werden die Ergebnisse der Panels, Ideen und Veranstaltungen gesammelt und von den Präsidenten der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, des Europäischen Rates Charles Michel und des Europäischen Parlaments David Sassoli bewertet.

Der Sprecher machte deutlich, dass die Mitgliedstaaten die Kommunikation erleichtern sollten, da die Vorschläge und Themen, die angesprochen wurden, bereits in der Debatte sind.

„Die ersten Zwischenberichte der Plattform sind bereits in die Beratungen der Europäischen Bürgerforen eingeflossen, die jetzt in vollem Gange sind, und wurden in der Plenarsitzung der Konferenz im Oktober ausgiebig erörtert“, so der Sprecher abschließend.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

Supporter

Von der Europäischen Union mitfinanzierte Maßnahme

Diese Publikation spiegelt ausschließlich die Ansichten des Autors wider. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser. Das Parlament haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.



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