Carles Puigdemont formt neue Koalition für Unabhängigkeit

Carles Puigdemont setzt auch aus dem Exil weiter auf den Unabhängigkeitskampf Kataloniens. [Ricardo Ramirez/EPA]

Der ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont gibt nicht auf. Er möchte die noch immer existierenden Befürworter der Abspaltung Kataloniens unter seiner Flagge vereinen. Noch sitzt er allerdings in Deutschland.

In einer Videokonferenz am Montag zur Gründung der Bewegung Nationaler Aufruf für die Republik in Barcelona sagte Puigdemont: „Wir sind stärker, wenn wir übergreifend und vereint handeln können“. In der neuen Bewegung sollen alle Unabhängigkeitsbefürworter versammelt werden. Bislang gibt es in Katalonien mindestens drei Parteien, die die Unabhängigkeit der Region von Madrid befürworten. Im Herbst soll aus der neuen Bewegung eine Partei werden, die sämtliche Unabhängigkeitsbefürworter vereint und einen „unabhängigen Staat in Form einer Republik“ anstrebt.

Katalonien auf dem Weg zur eigenen Regionalregierung

Nach Monaten unter spanischer Zwangsverwaltung bekommt Katalonien ab Montag voraussichtlich wieder eine eigene Regionalregierung.

Der Streit um die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens war im vergangenen Jahr eskaliert, als Puigdemont ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisierte. Nach der Abstimmung rief die Regionalregierung Ende Oktober einseitig Kataloniens Unabhängigkeit aus. Die Regierung in Madrid setzte daraufhin Puigdemont und sein Kabinett ab.

Die spanische Justiz beschuldigte Puigdemont seither der Rebellion, des Aufruhrs und der Veruntreuung öffentlicher Gelder. Er floh im Oktober nach Belgien und wurde im März auf Grundlage eines von Spanien erwirkten europäischen Haftbefehls auf der Durchreise in Schleswig-Holstein festgenommen. Er kam unter Auflagen frei.

Vor wenigen Tage machte das Oberlandesgericht in Schleswig den Weg für die Auslieferung frei. Allerdings soll er nur wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder juristisch verfolgt werden können und nicht wegen Rebellion.

Kataloniens Krise erreicht Deutschland

Mit der Festnahme Puigdemonts wird Deutschland zum Akteur in der Katalonien-Krise. Das politische Berlin sollte nun parallel zum Auslieferungsverfahren auf eine Verhandlungslösung zwischen Barcelona und Madrid drängen, meint Günther Maihold.

Katalonien und der Verfall der EU

Es ist unschwer vorauszusehen, dass das Verhalten in Deutschland gegenüber dem katalanischen Separatismus als einer der Gründe für den Verfall der EU erkannt werden wird, meint Wilhelm Hofmeister.

Spanien will heimliche Rückkehr Puigdemonts verhindern

Spanien hat die Grenzkontrollen verschärft, um eine heimliche Rückkehr des katalanischen Separatistenführers Carles Puigdemont zu verhindern.

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN