Bulgarien droht das Gas auszugehen

Die staatliche bulgarische Gasgesellschaft Bulgargaz läuft Gefahr, nach dem 25. Oktober kein Geld mehr für Lieferungen aus Russland und Aserbaidschan zu haben. [Bulgargaz]

Die staatliche bulgarische Gasgesellschaft Bulgargaz läuft Gefahr, nach dem 25. Oktober kein Geld für Lieferungen aus Russland und Aserbaidschan zu haben. Der Grund für die Krise ist das Unternehmen, das das zentrale Heizungssystem in der Hauptstadt verwaltet – Toplofikacia-Sofia.

Die Leitung des staatlichen Gasunternehmens hat diese Warnung in einem Schreiben an Premierminister Stefan Yanev, die Bürgermeisterin der Hauptstadt Sofia Yordanka Fandakova und die staatliche Agentur für nationale Sicherheit ausgesprochen.

Das Unternehmen Toplofikacia-Sofia hat allein in den letzten 10 Monaten 65 Millionen Euro Schulden für das Gas von Bulgargaz angehäuft und scheint nicht in der Lage zu sein, diese zu bezahlen. Diese Schulden gefährden die Energiesicherheit des Landes, denn Toplofikacia-Sofia hat 400.000 Kunden in Sofia, und die Stadt ist im Winter auf Zentralheizung angewiesen. Das Unternehmen ist der größte Kunde von Bulgargaz.

Die schwerwiegendste Warnung der Bulgargaz-Geschäftsführung lautet, dass die Schulden von Toplofikacia-Sofia den Vertrag mit der aserbaidschanischen Gasgesellschaft AGSC über die Lieferung von aserbaidschanischem Gas gefährden.

Der Aussteller der Bankgarantie für den Gasliefervertrag der AGSC behauptet, dass die überfälligen Verbindlichkeiten der Fernwärmegesellschaft Sofia ein „ernsthaftes Risiko“ darstellen. Bulgargaz hat sich vertraglich verpflichtet, nicht zuzulassen, dass die ausstehenden Verbindlichkeiten von Toplofikacia-Sofia eine bestimmte Höhe erreichen.

Ein Verstoß gegen den Vertrag könnte dazu führen, dass die aserbaidschanischen Gaslieferungen an Bulgargaz eingestellt werden, noch bevor Verbindungsleitungen nach Griechenland in Betrieb genommen werden.

„Die Schulden von Toplofikacia-Sofia bedrohen die Energiesicherheit des Landes und die langfristigen strategischen Projekte im Zusammenhang mit der Liberalisierung des Handels“, heißt es in dem Schreiben von Bulgargaz.

Die Gaslieferverpflichtungen von Toplofikacia-Sofia könnten aufgrund der steigenden Gaspreise bis Ende des Jahres 180 Millionen Euro erreichen.

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