Bukarest als Standort für neues EU-Cybersicherheitszentrum ausgewählt

Die rumänische Hauptstadt Bukarest wurde am Mittwoch von den EU-Regierungen ausgewählt, das neue Cyber-Zentrum der EU zu beherbergen. [Shutterstock/motioncenter]

Bukarest wurde am Mittwoch von den EU-Regierungen ausgewählt, das neue Cyber-Zentrum der EU zu beherbergen. Es wird die erste EU-Institution mit Sitz in Rumänien sein.

Das etwas sperrig benannte Europäische Zentrum für Industrie, Technologie und Forschung im Bereich der Cybersicherheit (European Cybersecurity Industrial, Technology and Research Competence Centre, ECCC) soll in der rumänischen Hauptstadt angesiedelt werden.

Andere Kandidaten waren Brüssel, München, León, Vilnius, Luxemburg und Warschau.

Bereits im Jahr 2018 hatte die Europäische Kommission eine Verordnung zur Gründung eines solchen Zentrums vorgelegt. Dieses soll im Rahmen des nächsten langfristigen EU-Haushalts sowohl aus dem Digital Europe- als auch aus dem Horizon Europe-Programm finanziert werden.

Die Suche der EU nach strengen Cybersicherheitsstandards

Der neue Leiter der EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA, Juhan Lepassaar, sagte letzte Woche, er hoffe, dass der kürzlich verabschiedete Cybersicherheitsrahmen der EU zum „neuen globalen Standard für Vertrauen“ werde.

Aufgabe und Ziel des Zentrums ist es, Technologien innerhalb der europäischen Cybersicherheitssysteme zu zentralisieren und die Ressourcen zu bündeln, um so die Widerstandsfähigkeit des Blocks gegen Cybersicherheitsbedrohungen zu stärken.

Laut EU-Rat geht es beim ECCC darum, „einen Beitrag zur Einführung der neuesten Cybersicherheitstechnologie zu leisten; Start-ups und KMU in der Cybersicherheitsbranche zu unterstützen; Forschung und Innovation im Bereich der Cybersicherheit zu fördern; und zur Überwindung des Kompetenzdefizits im Bereich der Cybersicherheit beizutragen.“

Das ECCC soll neben einem Netzwerk von weiterhin bestehenden nationalen Kompetenzzentren arbeiten.

Rumänien zufrieden

Marian Murguleț, Staatssekretär und Chief Information Officer der rumänischen Regierung, betonte gegenüber EURACTIV Rumänien, die Entscheidung sei „sowohl eine Frage der Fairness als auch eine Anerkennung des EU-Kurses Rumäniens in diesem Bereich“ gewesen.

Murgulet weiter: „Rumänien wollte das Zentrum unbedingt nach Bukarest bringen, und es wurde eine sehr solide Kandidatur eingereicht.“ Man sei darüber hinaus das erste EU-Land gewesen, „das Interesse an der Aufnahme des neuen Zentrums gezeigt hat – und das einzige, das bisher noch keine EU-Agentur vorzuweisen hatte“.

Das Mandat des ECCC unterscheidet sich von dem der Europäischen Agentur für Computer- und Netzsicherheit (ENISA). Gerade zu Beginn der Koexistenz könnte es zu etwas Verwirrung und notwendigen Kompetenzabsprachen zwischen diesen beiden Agenturen kommen.

Die ENISA ist in Griechenland angesiedelt und unterhält Büros in Heraklion, auf Kreta und in Athen.

Erneuter Hacker-Verdacht gegen Russland

Großbritannien, die USA und Kanada haben schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben:  „Russische Akteure“ hätten versucht, sich in die Parlamentswahl in Großbritannien im vergangenen Jahr einzumischen. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück.

In den Bewerbungsunterlagen präsentierte Rumänien Bukarest als bestens vorbereitet für die Aufnahme des Zentrums: Mehrere Gebäude für die Unterbringung des Hauptquartiers stünden schon bereit. Darüber hinaus habe das CERT-RO (das nationale Cybersicherheits-Reaktionszentrum) bereits ein „VIP-Cyberschutzprogramm“ für die zukünftigen Angestellten des EU-Zentrums geschaffen.

Murguleț hofft nun, dass Bukarest nach dem Ratsbeschluss zu einem „Treffpunkt für EU-Entscheidungsträger“ im Bereich der Cybersicherheit wird und auch lokale Digitalunternehmen dadurch einen Aufschwung erfahren könnten.

[Bearbeitet von Benjamin Fox und Tim Steins]

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