Brüsseler Attentäter war IS-Sympathisant

Ein bewaffneter Soldat steht vor dem Zentralbahnhof in Brüssel. [Foto: EPA/STEPHANIE LECOCQ]

Der Anschlag auf den Brüsseler Hauptbahnhof wurde laut den Behörden von einem Mann aus Molenbeek verübt. Er trug bei dem Angriff einen Koffer voller Nägel und Gasflaschen bei sich.

Staatsanwalt Eric Van Der Sypt identifizierte den erschossenen 36-Jährigen am Mittwoch mit den Initialen O.Z. Dessen Wohnung im Stadtteil Molenbeek sei durchsucht worden. Dort wohnten auch Attentäter früherer Anschläge. Ministerpräsident Charles Michel sagte, der Angriff hätte „sehr viel schlimmer“ ausgehen können. Nach Behördenangaben zündete ein in einem Koffer versteckter Sprengsatz nicht richtig. Der Attentäter sei schließlich von einem Soldaten erschossen worden.

Die Bürgermeisterin von Molenbeek, Francoise Schepmans, sagte Reportern, der Attentäter sei der Polizei im Zusammenhang mit einem Drogenfall im vergangenen Jahr bekannt. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zum Stand der Ermittlungen bezüglich etwaigen Mittätern oder Verbindungen des Mannes zu radikalen Organisationen. Auch bekannte sich keine Gruppe zu dem Angriff am Dienstagabend. Die Bauart des Sprengsatzes mit Nägeln und Gasflaschen ähnelte Medienberichten zufolge den Bomben, die 2016 bei den Anschlägen islamistischer Attentäter am Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn verwendet wurden. Damals wurden 32 Menschen getötet.

Sicherheitskräfte vereiteln Anschlag in Brüssel

In Brüssel haben Sicherheitskräfte einen Bombenanschlag am Zentral-Bahnhof vereitelt. Der mutmaßliche Täter wurde erschossen.

Van Der Sypt erklärte, der Täter habe den Bahnhof um 20.39 Uhr betreten und sei auf eine Gruppe von Fahrgästen zugegangen. Dann habe er etwas gerufen und seinen Koffer gegriffen. Dabei sei eine Explosion teilweise ausgelöst worden. „Zum Glück wurde niemand verletzt.“ Der Koffer habe Feuer gefangen und sei ein zweites Mal zum Teil explodiert, während der Mann ohne das Gepäckstück zu den Gleisen lief. Danach sei der Attentäter wieder in die Halle zurückgerannt und mit den Worten „Allahu akbar“ (Allah ist groß) auf einen Soldaten zugestürmt. Dieser habe ihn mit mehreren Schüssen getötet. Bei der Leiche sei kein Sprengstoffgürtel gefunden worden.

In Molenbeek leben zahlreiche Muslime aus Marokko. Der verarmte Stadtteil war der Sitz einer Islamistenzelle, die im November 2015 bei Anschlägen in Paris 130 Menschen tötete. Es folgte vier Monate später der Angriff in Brüssel, bei denen es 32 Todesopfer gab. Michel erklärte am Mittwoch, sein Land werde sich der Gewalt nicht beugen. „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“, sagte er. „Wir werden unser Leben normal weiterleben.“

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