Briten laut Umfrage mehrheitlich für „Remain“

Einige Bürger fordern in Großbritannien ein zweites Brexit-Referendum. [EPA-EFE/ANDY RAIN]

Bei einer Neuauflage des Brexit-Referendums würden die Briten einer Umfrage zufolge aktuell nicht mehr für den Austritt aus der Europäischen Union stimmen. Die Zahlen sind allerdings nur begrenzt aussagekräftig.

Demzufolge plädieren 59 Prozent für einen Verbleib in der EU und 41 Prozent für einen Abschied, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Institute NatCen und “The UK in a Changing Europe” hervorgeht. Dies ist die höchste Zustimmung für eine EU-Mitgliedschaft in einer Erhebung seit dem Volksentscheid im Juni 2016. Damals hatten 51,9 Prozent für den Austritt gestimmt und 48,1 Prozent dagegen.

Umfrageleiter John Curtice betonte allerdings, die Erhebung sei etwas verzerrt. Denn der Umschwung gehe auch auf Wähler zurück, die vor gut zwei Jahren nicht abgestimmt hätten. Hinzu kommt, das bei solchen Umfragen tendenziell eher jene mobilisiert werden, die mit dem eigentlichen Ergebnis unzufrieden sind. Auch die akute Verunsicherung während der Übergangsphase spielt eine Rolle.

Allzu aussagekräftig sind die Zahlen daher nicht. Jenen, die derzeit für ein zweites Referendum werben, spielen sie natürlich trotzdem in die Hände.Die Regierung in London hat einen weiteren Urnengang allerdings ausgeschlossen, und auch die oppositionelle Labour-Partei von Jeremy Corbyn treibt das Ansinnen nicht voran. Letzteres mag auch daran liegen, dass Corbyns bei den letzten Wahlen vorgestelltes Regierungsprogramm mit zahlreichen EU-Vorschriften im Bereich Binnenmarkt und Wettbewerbsrecht unvereinbar wäre.

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Prognosen sagen Großbritannien für die Zeit nach dem Brexit einen wirtschaftlichen Einbruch voraus. Das Beispiel Norwegen zeigt jedoch, dass es in Europa auch außerhalb der EU gut laufen kann. EURACTIV sprach mit Idar Helle.

So wird Großbritannien die EU voraussichtlich im März 2019 ohne weitere Abstimmung verlassen. Ob ein einigermaßen geregelter Ausstieg bis dahin gelingt, ist unklar. Die Verhandlungen gestalten sich schwierig. Premierministerin Theresa May bekräftigte, an einer Einigung bis Oktober festzuhalten. “Wir arbeiten für einen guten Deal”, sagte sie am Mittwoch.

Die Bundesregierung in Berlin gab derweil grünes Licht für eine Übergangsphase nach dem Brexit bis Ende 2020, in der Großbritannien wie ein nicht stimmberechtigtes Mitglied der EU behandelt werden soll. Das Bundeskabinett beschloss einen Gesetzentwurf dazu. Großbritannien und die EU hatten sich im März auf die 21-monatige Übergangsfrist geeinigt.

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