Zwischen „beträchtlich“ und „moderat“: Eurostat misst Fortschritte der EU bei Entwicklungszielen

Die SDG-Symbole auf dem UN-Hauptquartier in New York. [United Nations]

Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat am Montag einen Bericht über die Bemühungen der EU zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) veröffentlicht. In fünf Kategorien habe es „beträchtliche“ Fortschritte gegeben, in weiteren acht „mäßige“.

Für den 370 Seiten langen Monitoring Report wurden die Bemühungen der EU anhand von 100 Indikatoren gemessen, die auf die insgesamt 17 SDGs verteilt wurden (hier die Eurostat-Pressemitteilung in Deutsch).

Die Nachhaltigkeitsziele waren von den Vereinten Nationen im September 2015 angenommen worden. Im Gegensatz zu den Millennium Development Goals (MDGs) richten sich die Ziele der SDGs an alle Staaten der Welt; sowohl an Industrie- als auch Entwicklungsländer.

Neben dem ausführlichen Bericht präsentierte Eurostat auch eine kurze Broschüre mit Grafen und Erklärungen zu den wichtigsten Erkenntnissen.

Insgesamt habe die EU in den vergangenen fünf Jahren beim Erreichen der 17 SDGs Fortschritte gemacht, heißt es im Bericht. Dabei sei bei einigen Zielen größerer Fortschritt zu verzeichnen, als bei anderen. In einigen Feldern habe es jedoch auch negative Entwicklungen gegeben.

Beträchtlicher bis mäßiger Fortschritt

Bei den fünf Zielen Bezahlbare und saubere Energie, Nachhaltige/r Konsum und Produktion, Leben an Land, Nachhaltige Städte und Gemeinden sowie Gesundheit und Wohlergehen hat Europa demnach „beträchtliche“ Schritte in die richtige Richtung gemacht.

Bei weiteren acht SDGs sei der Fortschritt immerhin „mäßig“ gewesen: Hochwertige Bildung, Partnerschaften zur Erreichung der Ziele, Industrie, Innovation und Infrastruktur, Gleichstellung der Geschlechter, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Keine Armut, Kein Hunger und Weniger Ungleichheiten.

Für vier SDGs (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, Maßnahmen zum Klimaschutz, Leben unter Wasser sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) konnte Eurostat die Entwicklungen der letzten fünf Jahre aufgrund fehlender Daten nicht berechnen.

2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung: Mehr als eine Liste frommer Wünsche

Mit ihren 17 Zielen und 169 Unterzielen erscheint die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen überkomplex, ihre Umsetzbarkeit zweifelhaft. Tatsächlich stellt das Dokument jedoch einen Fortschritt dar, meint SWP-Expertin Marianne Beisheim.

Seit gestern bietet Eurostat auf seiner englischsprachigen Website auch eine gesonderte Rubrik darüber an, wie die Erreichung der SDGs innerhalb der EU gemessen werden. Außerdem werden regelmäßig Artikel zu einzelnen Teilaspekten der Erkenntnisse veröffentlicht.

Darüber hinaus kann man bei auf der Eurostat-Seite auch die Erfolge oder Misserfolge seines eigenen Landes mit dem Rest der EU vergleichen.