Änderung der Regeln für Presseförderung: Gemischte Reaktionen in Frankreich

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Derzeit ist die physische Anwesenheit von hauptberuflichen Journalistinnen und Journalisten in den Redaktionen kein Kriterium für die Förderung der jeweiligen Presseerzeugnisse. [Jeff Eaton/ Flickr]

Das französische Kulturministerium hat in der vergangenen Woche seine Reformvorschläge bezüglich der Zugangsbedingungen für Presseförderung vorgestellt. Unter anderem wird vorgeschlagen, die Presseförderung stärker an die tatsächliche Anwesenheit von mindestens einem/einer professionellen Journalistin in den Redaktionen zu knüpfen. Von Seiten der Presse selbst gab es recht unterschiedliche Reaktionen.

Derzeit ist die Anwesenheit von hauptberuflichen Journalistinnen und Journalisten in den Redaktionen kein Kriterium für die Förderung der jeweiligen Presseerzeugnisse.

Doch „bestimmte Medienunternehmen haben ihr wirtschaftliches Modell geändert“ und „die digitalen Technologien verwischen den Status und Zustand der Informationsvermittlung“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kulturministeriums. Die Regierung prüfe daher, ob die Zugangsregelungen für Fördermittel gegebenenfalls geändert werden sollten.

Dominique Pradalié, Generalsekretär der nationalen Journalistengewerkschaft SNJ, kritisierte gegenüber EURACTIV.fr, die angedachten Bedingungen seien „grotesk“ und „haben vorerst nichts zu bedeuten“.

Im Gegensatz dazu zeigte sich die Vizepräsidentin der Vereinigung Profession: Pigiste, Sandrine Chesnel, eher überzeugt: Sie begrüße „diesen interessanten ersten Schritt“. Allerdings wolle sie „vorsichtig bleiben“, was die Umsetzung dieser Maßnahmen angeht.

Langfristig hoffe Chesnel, dass die Auflagen auch bei der Unterzeichnung des französischen Tarifvertrags für Medienschaffende – der Arbeitsbedingungen und Gehälter regelt – angewandt werden könnten.

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