68% der Deutschen unzufrieden mit Asylpolitik

Für die Umfrage "ARD-DeutschlandTrend" wurden den Angaben zufolge 1002 Personen am 03. und 04. September befragt. [Shutterstock]

Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung erhölt in einer Umfrage ein schlechtes Zeugnis: Viele Bürger sehen die Integration und Unterbringung Geflüchteter kritisch, die Hälfte fühlt sich mit ihren Bedenken nicht ernst genommen.

Im ARD-DeutschlandTrend äußerten sich nur 43 Prozent mit der Verteilung und Unterbringung der Migranten zufrieden, wie der Westdeutsche Rundfunk am Donnerstag mitteilte. 50 Prozent gaben ein gegensätzliches Urteil ab. Mit der Arbeit der Bundesregierung insgesamt zufrieden sind demnach nur 31 Prozent, was allerdings eine Steigerung von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat ist. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sind aber weiterhin nicht zufrieden (minus sechs Punkte). In der Frage, ob die Regierung die Sorgen der Menschen beim Thema Zuwanderung ernst nimmt, sind die Deutschen gespalten.

Nur 27 Prozent halten die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft zudem für “sehr gut oder eher gut gelungen”, 69 Prozent äußerten das Gegenteil. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. 69 Prozent sehen Defizite, nur 23 Prozent äußern sich zufrieden. Eine deutliche Mehrheit kritisiert zudem die Abschiebepraxis bei abgelehnten Asylbewerbern, die 83 Prozent “sehr schlecht oder schlecht gelungen” bewerten. Nur elf Prozent stellen den Behörden hier ein gutes Zeugnis aus. Nur 27 Prozent sind zudem der Meinung, dass ausreichend Maßnahmen zur Vorbeugung von Gewalt und Kriminalität ergriffen werden, 69 Prozent sind damit unzufrieden.

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Insgesamt sind laut Umfrage 49 Prozent der Ansicht, dass die Bundesregierung beim Thema Migration ihre Sorgen ernst nimmt, 51 Prozent sind nicht dieser Ansicht. Allerdings ist der Anteil derer, das nicht meinen, in Ostdeutschland mit 66 Prozent größer als im Westen mit 46 Prozent. Nur 33 Prozent der Ostdeutschen sind der Ansicht, dass sie ernst genommen würden. In Westdeutschland bejahen 53 Prozent die Frage. Beim Vertrauen in die Bundesregierung ergeben sich ebenfalls Unterschiede zwischen Ost und West. Insgesamt vertrauen 43 Prozent der Regierung, 56 tun dies nicht. In Ostdeutschland beantworten nur 35 Prozent die Frage mit “Ja”.

Am größten ist das Vertrauen demnach in die Polizei, 81 Prozent äußern diese Ansicht. Den Gerichten vertrauen 65 Prozent, den Medien 47 Prozent. In den ostdeutschen Bundesländern haben nur 29 Prozent Vertrauen in Zeitungen, Radio und Fernsehen. Eine Mehrheit der Deutschen ist zudem dafür, die AfD bundesweit durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Dafür sprachen sich 65 Prozent der Befragten aus, eine Zunahme von drei Punkten im Vergleich zu einer Befragung vom Juli 2016. 32 Prozent fänden eine Beobachtung dagegen nicht angemessen.

Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge 1002 Personen am 03. und 04. September befragt.

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