22 Tote bei Selbstmordanschlag in Manchester

Die britische Polizei geht davon aus, dass Salman Abedi bei der Planung seines Anschlags auf Besucher eines Popkonzerts von einem islamistischen Netzwerk unterstützt wurde. [EPA/NIGEL RODDIS]

Bei einer Explosion nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester sind 19 Menschen getötet und etwa 50 verletzt worden.

Der Mann habe einen am Körper getragenen Sprengsatz gezündet, teilte der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, am Dienstagmorgen mit. Der Attentäter sei ums Leben gekommen. Insgesamt seien 22 Menschen getötet worden, darunter mehrere Kinder. Es müsse noch herausgefunden werden, ob es sich um einen Einzeltäter gehandelt habe, oder ob ein Netzwerk hinter dem Anschlag stehe. Es ist der folgenschwerste Anschlag in Großbritannien seit Juli 2005, als vier Selbstmordattentäter in der U-Bahn und in Bussen in London 52 Menschen töteten.

Die britische Premierministerin Theresa May drückte den Opfern ihr Mitgefühl aus. „Wir arbeiten daran, alle Details des Vorfalls aufzuklären“, erklärte sie. Zeugen zufolge waren unter den Konzertbesuchern zahlreiche Kinder und Jugendliche.

Für heute wurde eine Sondersitzung des Sicherheitsrats einberufen.

Vereitelter Terroranschlag vor der französischen Präsidentschaftswahl

In Frankreich ist kurz vor der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahl ein Anschlag vereitelt worden.

Anhänger der Extremistenmiliz Islamischer Staat feierten den Vorfall in sozialen Netzwerken im Internet. Die Miliz hat sich bislang nicht zu der Explosion bekannt.

Die Polizei rief die Bevölkerung dazu auf, die Gegend um die Arena zu meiden. Die Bahnstation, die sich unmittelbar neben der Arena befindet, bleibt nach Angaben der Bahngesellschaft den ganzen Dienstag gesperrt. Einem Sprecher von Grande zufolge war die 23-jährige Sängerin wohlauf. Die Sängerin ist besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Über Twitter erklärte sie, sie sei „gebrochen“.

Die Betreiber sprachen von einer Explosion außerhalb der Halle zum Ende des Konzerts, als die Besucher die Halle verließen. „Es gab eine riesige Explosion – man hat sie in der Brust gespürt“, sagte eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur Reuters. „Es war chaotisch. Alle rannten und schrien und versuchten nur herauszukommen.“ Eine weitere Frau sagte, sie habe die Detonation beim Verlassen der Arena gespürt. Zahlreiche Jugendliche brachten sich in Hotels in der Umgebung in Sicherheit.

Usbeke gesteht Terroranschlag von Stockholm

Der wegen des Lkw-Anschlags von Stockholm festgenommene 39-jährige Usbeke hat nach Angaben seines Anwalts die Tat gestanden.

Die Manchester Arena wurde 1995 eröffnet. Sie ist ihrer Website zufolge die größte Innenarena Europas und fasst 21.000 Menschen. In Großbritannien gilt eine erhöhte Terrorwarnstufe. Zuletzt wurde nach Angaben der Polizei im Durchschnitt jeden Tag eine Person im Zusammenhang mit Terrorverdacht verhaftet. Im März steuerte ein zum Islam konvertierter Brite mit seinem Auto in London in eine Passantengruppe und tötete dabei vier Menschen. Anschließend erstach er einen Polizisten, bevor er selbst erschossen wurde.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.