Zukunftskonferenz: Bürger müssen bei der Weiterverfolgung im Mittelpunkt stehen

Interview mit Antonis Kourras, ehemaliger Vorsitzender des zypriotischen Jugendrates und zypriotischer Bürgervertreter im Plenum der Konferenz zur Zukunft Europas (CoFoE). [Shuttersrtock/Day Of Victory Studio]

Die Bürger:innen müssen aktiv in den Prozess der Umsetzung der Vorschläge zur Zukunftskonferenz einbezogen werden, so Antonis Kourras, Mitglied der Bürgerforen der Konferenz.

Interview mit Antonis Kourras, ehemaliger Vorsitzender des zypriotischen Jugendrates und zypriotischer Bürgervertreter im Plenum der Konferenz zur Zukunft Europas (CoFoE).

Wie sind Sie Teil der Bürgerforen der Zukunftskonferenz geworden?

Als zypriotischer Jugendrat arbeiten wir gut mit der zypriotischen Regierung, einschließlich des Außenministeriums, zusammen. Zwei Wochen vor der ersten CoFoE-Vollversammlung im Juni 2021 hatte ich ein Gespräch mit unserem Außenminister, der mir vorschlug, die Bürger:innen Zyperns während der Konferenz zu vertreten. Ich vertrete nun die nationalen Foren, die in meinem Land abgehalten wurden, und spreche somit im Namen der zypriotischen Bürger:innen.

Wie würden Sie den Prozess beschreiben, wenn Sie als Bürger an den Foren teilnehmen?

In Zypern haben das Außenministerium und das Parlament zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bürger:innen die Möglichkeit gegeben, im Rahmen der CoFoE Konferenzen und Veranstaltungen zur Zukunft Europas zu organisieren. Unser Nationaler Jugendrat ist beispielsweise Partner des vom Europäischen Jugendforum geleiteten „The 25 Percent Project“ und wir haben in ganz Zypern zahlreiche Workshops veranstaltet, um Ideen und Meinungen junger Zyprioten aus allen Gemeinschaften und Minderheiten zur Zukunft Europas zu sammeln.

Gab es während dieser Panels einen bestimmten Moment, der Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Hier in Zypern wurde mir die Ehre zuteil, zu vielen von Organisationen der Zivilgesellschaft und dem Parlament organisierten Veranstaltungen eingeladen zu werden. Ich hatte die Gelegenheit, mich bei den Entscheidungsträgern für die Bedürfnisse und Rechte junger Menschen einzusetzen. Was mir an der Zukunftskonferenz wirklich gefällt, ist, dass wir bei der Zusammenarbeit mit Politiker:innen alle gleich behandelt werden. Ich bin wirklich froh darüber, denn es ist das erste Mal, dass ein solcher Prozess stattfindet, bei dem wir alle, Politiker:innen und Bürger:innen, an einem Tisch sitzen, um unsere gemeinsame Zukunft zu entwerfen und zu gestalten.

Was waren die wichtigsten Themen, die Sie im Namen der Jugendlichen in den Foren ansprechen konnten?

Das erste Thema, das ich immer wieder anspreche, nicht nur während der Konferenz, sondern auch bei meinem gesamten Engagement im Jugendbereich, ist die Beteiligung junger Menschen. Wir haben die Stimme – und wir wollen, dass diese Stimme gehört wird, also brauchen wir einen Platz am Tisch. Wir jungen Menschen sind sehr fleißig, wir haben Perspektiven, wir sind optimistisch, und wir müssen die Möglichkeit haben, unsere Meinungen mitzuteilen und über unsere Bedürfnisse und Rechte zu sprechen, und diese müssen von den Politiker:innen berücksichtigt werden.

Die Einbeziehung aller ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Jugendbeteiligung. Ich zum Beispiel gehöre der maronitischen Minderheit an, die hier in Zypern 7.000 Menschen zählt. Als Angehöriger dieser Minderheit und als junger Mensch finde ich es sehr wichtig, dass wir die Möglichkeit haben, über unsere Rechte zu sprechen – die Rechte von Minderheiten und die Rechte von Jugendlichen.

Würden Sie sagen, dass es im Rahmen der Zukunftskonferenz genügend Raum für Minderheiten gibt, ihre Stimme zu erheben?

Um ehrlich zu sein – nein. Hier in Zypern gab es nicht viele Veranstaltungen, die von der Zivilgesellschaft mit Minderheiten organisiert wurden. Einige der Empfehlungen der Europäischen Bürgerforen betrafen die Rechte von Minderheiten und Sprachen, einschließlich der Notwendigkeit, sie zu schützen. Ich stimme dem zu, aber wir hatten nicht viele Mitglieder aus Minderheiten, die sich für ihre Bedürfnisse und Rechte eingesetzt haben. Wir haben zwar einige Leute, aber es hätten mehr sein können.

Ich habe viele der CoFoE-Empfehlungen gelesen, insbesondere von meiner Arbeitsgruppe für Bildung, Kultur, Jugend und Sport. Es gibt zum Beispiel keine konkreten Vorschläge für die LGBTQ+-Gemeinschaft und ihre Rechte. Wir haben einige gute Empfehlungen, aber sie hätten besser gemacht werden können.

Glauben Sie, dass die Zukunftskonferenz einen politischen Einfluss auf Europa hat? Wie könnte Ihrer Meinung nach der Follow-up-Prozess aussehen?

CoFoE ist der erste Prozess, der es den Bürger:innen ermöglicht, zusammen mit den Politiker:innen an einem demokratischen Entscheidungsprozess teilzunehmen. Natürlich haben wir Vertreter:innen, die von uns gewählt werden, aber wir brauchen auch Möglichkeiten, uns in direkteren Verfahren zu beteiligen.

Eine wirksame Weiterverfolgung ist das, was uns von der Kommission, dem Parlament und dem Rat versprochen wurde, die sich verpflichtet haben, die Vorschläge von uns Bürger:innen umzusetzen. Am 9. Mai, wenn die Konferenz abgeschlossen ist, müssen wir einen von Bürger:innen gebildeten Ausschuss einsetzen, der die Umsetzung der Vorschläge der Bürgerforen überprüft. Die Bürger:innen müssen aktiv in den Prozess der Umsetzung der Empfehlungen einbezogen werden. Wir haben unsere Ideen eingereicht, aber jetzt wollen wir sehen, was passieren wird. Wir wollen, nicht dass die Zeit und die Arbeit, die wir für Europa geleistet haben, umsonst war.

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