Slowakischer Ex-Premierminister gefährdete Raketenlieferung an die Ukraine

Die Gespräche über die Spende dauerten mehrere Wochen und wurden bis zum Schluss geheim gehalten. Die Lieferung wurde schließlich offiziell von Premierminister Eduard Heger bei seinem Besuch in Kiew am 8. April bekannt gegeben. [Shutterstock/Andrey 69]

Die Lieferung des slowakischen Raketensystems S-300 an die Ukraine wurde vergangene Woche durch den ehemaligen Premierminister Robert Fico (Smer) gefährdet. Er postete ein Foto, bevor die Lieferung offiziell bekannt gegeben wurde.

Die Gespräche über die Unterstützung dauerten mehrere Wochen und wurden bis zum Schluss geheim gehalten.

Laut General Pavel Macko riskierte Fico den Erfolg der Lieferung und das Leben der Soldaten und Zivilisten, die den Transport abwickelten. Er nannte den ehemaligen Premierminister einen Verräter.

Fico zufolge versucht die Regierung jedoch, die Slowakei in den Konflikt hineinzuziehen. Die Lieferung sei „Wahnsinn“ und ein „Kriegsverbrechen.“ Seiner Meinung nach ist das Patriot-System, als Ersatz dienen soll, ein schlechteres und weniger effektives System.

Die Slowakei ist das erste Land, das der Ukraine ein so wichtiges Waffensystem schenkt. Die ukrainische Armee ist bereits im Umgang mit dem S-300-System geschult. Das bodengestützte Flugabwehrraketen-System soll zur Verteidigung des Luftraums dienen, beispielsweise über einer Großstadt.

Die Slowakei hatte der Lieferung unter der Bedingung zugestimmt, dass ihre eigene Luftraumverteidigung gesichert wird. Im März lieferten die NATO-Verbündeten Deutschland und die Niederlande drei Batterien des Patriot-Systems in die Slowakei. Diese gehören jedoch nicht der Slowakei. Verteidigungsminister Jaroslav Naď erklärte, sie würden das S-300-System ergänzen, nicht ersetzen.

US-Präsident Joe Biden dankte der Slowakei für ihre Spende. Die Vereinigten Staaten werden ebenfalls ein Patriot-System in die Slowakei entsenden.

„Die Stationierung von Patriot-Kapazitäten in der Slowakei schließt nahtlos an unsere bisherigen Bemühungen an, die Verteidigungskapazitäten der NATO zu stärken und unsere Anforderungen an die kollektive Sicherheit gemäß Artikel 5 des NATO-Vertrags zu demonstrieren“, so US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.

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