Italiens Zusammenarbeit mit Ägypten steht in der Kritik

Unsere Aufforderung an die italienische Regierung ist klar: Wir müssen gegenüber Ägypten viel stärker und fordernder sein", so Enrico Letta, Vorsitzender der Partito Democratico. [EPA-EFE/Enric Fontcuberta]

Das mögliche Abkommen über Gaslieferungen mit der ägyptischen Regierung el-Sisi lasse angesichts der Entwicklungen im Fall Regeni „viele Zweifel“ zu, so der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Enrico Letta, am Donnerstag gegenüber Radio Rai Uno.

Die Reaktion erfolgte, nachdem der italienische Energiekonzern Eni und die ägyptische Erdgas-Holding Egas vereinbart hatten, die Gasproduktion und die Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) zu steigern.

Die Vereinbarung sieht LNG-Lieferungen „von bis zu 3 bcm im Jahr 2022 für Eni nach Europa und Italien vor“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Obwohl sich Rom bei diesem Abkommen zurückgehalten und – anders als in Verhandlungen mit Algerien – offizielle Besuche vermieden hat, haben einige Abgeordnete die Vereinbarung kritisiert.

Im Verfahren gegen vier ägyptische Beamte hatte sich die ägyptische Regierung wiederholt geweigert, mit Italien zusammenzuarbeiten. Die Angeklagten waren beschuldigt worden, 2016 den italienischen Forscher Giulio Regeni in Kairo ermordet zu haben.

„Der Fall Regeni geht über ein einzelnes dramatisches persönliches Ereignis hinaus. Der Fall ist zu einem Symbol für die Notwendigkeit, die Menschenrechte zu verteidigen und für Gerechtigkeit zu sorgen geworden“, so der Vorsitzende der Partito Democratico.

„Unsere Aufforderung an die italienische Regierung ist klar: Wir müssen gegenüber Ägypten viel stärker und fordernder sein,“ fügte er hinzu.

In 2020 hatten etliche italienische Würdenträger französische Ehrenmedaillen aus Entrüstung über eine Würdigung von Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi durch Emmanuel Macron zurückgegeben.

Subscribe to our newsletters

Subscribe