Italien will Gas aus dem Kongo und Angola

Premierminister Mario Draghi wird seine Amtskollegen in Angola und Kongo im Rahmen der "Gastour" in Afrika nicht treffen, da er positiv auf COVID-19 getestet wurde. Stattdessen werden Außenminister Luigi Di Maio und der Minister für den ökologischen Wandel, Roberto Cingolani, die Reise leiten. [EPA-EFE/Gregorio Borgia]

Italiens Premierminister und der Präsident der Republik Kongo haben sich über das „große Potenzial der bilateralen Partnerschaft, insbesondere im Energiesektor“ ausgetauscht, so das italienische Ministerpräsidium, in einer Mitteilung vom Dienstag.

Die Erklärung aus dem Palazzo Chigi, dem Amtssitz des italienischen Ministerpräsidenten, wurde noch vor der für den 21. April geplanten Reise nach Brazzaville veröffentlicht.

Premierminister Mario Draghi wird seine Amtskollegen in Angola und Kongo im Rahmen der „Gastour“ in Afrika nicht treffen, da er positiv auf COVID-19 getestet wurde. Stattdessen werden Außenminister Luigi Di Maio und der Minister für den ökologischen Wandel, Roberto Cingolani, die Reise leiten.

Der Einmarsch Russlands in der Ukraine war ein Weckruf für Italien, das etwa 40 Prozent seines Gases aus Russland importiert. Es plant nun, die Gasimporte aus afrikanischen Ländern zu erhöhen, um die Abhängigkeit vom Kreml bis 2023 durch Abkommen mit Algerien, Kongo, Angola, Ägypten und Mosambik zu verringern.

Mit Algerien, dem zweitgrößten Gaslieferanten Italiens, hatte Draghi bereits am 11. April eine Vereinbarung über zusätzliche neun Milliarden Kubikmeter (bcm) Gas von Sonatrach getroffen. Nur zwei Tage später unterzeichnete das italienische Energieunternehmen Eni ein Abkommen mit der ägyptischen EGPC über LNG-Importe.

Nordafrika ist für die italienische Energiesicherheit von strategischer Bedeutung. Laut einem kürzlich erschienenen Bericht von Capterio, einem Unternehmen, das das Verbrennen von Gas beobachtet, könnte die Region Nordafrika in Zukunft noch wichtiger werden für Europas Energieimporte.

Die Studie weist darauf hin, dass „Europa durch die Nutzung des in Nordafrika verschwendeten Gases innerhalb von 12 bis 24 Monaten bis zu 15 Prozent des russischen Gases durch stark unter ausgelastete Pipelines und Flüssigerdgas-Terminals in der Region ersetzen könnte.“

In der Studie wird darauf hingewiesen, dass allein in Algerien 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr ungenutzt bleiben, mehr als Italien kaufen will. Im Zuge des neuen Abkommens könnte Italien zum EU-Eingangstor für algerisches Gas werden.

Derzeit wird erwartet, dass Angola eine Absichtserklärung mit Rom unterzeichnet.

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