Draghi besucht Kongo und Angola, um Gaslieferungen zu sichern

Premierminister Mario Draghi wird seine Amtskollegen in Angola und Kongo im Rahmen der "Gastour" in Afrika nicht treffen, da er positiv auf COVID-19 getestet wurde. Stattdessen werden Außenminister Luigi Di Maio und der Minister für den ökologischen Wandel, Roberto Cingolani, die Reise leiten. [EPA-EFE/Gregorio Borgia]

Premierminister Mario Draghi will am 20. und 21. April die Republik Kongo und Angola besuchen, um in den nächsten zwei Jahren rund 9 Milliarden Kubikmeter Gas für Italien zu sichern.

Die Reise folgt auf das am Montag unterzeichnete Abkommen zwischen Italien und Algerien zur Erhöhung der Gasimporte.

Italien ist derzeit stark von russischen Energielieferungen abhängig, die etwa 38 Prozent des italienischen Bedarfs decken. Als Reaktion auf den Einmarsch des Kremls in der Ukraine bemüht sich Rom jedoch aktiv darum, russisches Gas zu ersetzen, und blickt nach Afrika, um neue Routen zu erschließen.

Italien hat bereits vor dem Ukrainekrieg damit begonnen, Beziehungen zu den beiden Ländern aufzubauen, insbesondere im Energiebereich.

Der italienische Energieriese Eni ist das größte ausländische Unternehmen, das in Afrika produziert. In der Republik Kongo fördert es jährlich rund 1,4 Milliarden Kubikmeter Gas. Das Unternehmen entwickelt außerdem zwei Flüssigerdgas-Terminals im Land mit einer Kapazität von bis zu fünf Milliarden Kubikmetern. Die beiden LNG-Terminals zum Beladen von Tankern sollen in zwei Jahren in Betrieb gehen.

Angola, wo Eni jährlich etwa 0,6 Milliarden Kubikmeter Gas fördert, könnte vier Milliarden Kubikmeter LNG liefern.

In den letzten Wochen besuchte der italienische Außenminister Luigi Di Maio den Kongo, Angola und Mosambik. Die Vereinbarung mit Algerien, dem zweitgrößten Energielieferanten Italiens, sichert für den Zeitraum 2023-2024 zusätzliche Gaslieferungen in Höhe von neun Milliarden Kubikmetern über die Transmed-Pipeline. Rom hat außerdem Schritte unternommen, um zusätzliche Gaslieferungen aus Aserbaidschan über die Trans Adriatic Pipeline (TAP) zu sichern.

Draghi plant für Mai einen Besuch in Mosambik, um auch hier die Zusammenarbeit im Energiesektor zu fördern.

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