Wasserstofflieferkette: Portugal kann EU-Fördermitel beantragen

H2Sines.RDAM ist eine maritime Lieferkette für erneuerbaren Flüssigwasserstoff zwischen Sines und Rotterdam in den Niederlanden. [Shutterstock/Audio und werbung]

Das portugiesische Wasserstoffprojekt in Sines zählt zu den grenzüberschreitenden Energieinitiativen, die für eine finanzielle Unterstützung durch die EU infrage kommen, da sie im Einklang mit dem Grünen Deal stehen. Dies geht aus einer am Dienstag von der EU-Kommission veröffentlichten Liste hervor.

H2Sines.RDAM ist eine maritime Lieferkette für erneuerbaren Flüssigwasserstoff zwischen Sines und Rotterdam in den Niederlanden.

Zum Thema Wasserstoffverbund in Westeuropa hat Brüssel den „Korridor Portugal-Spanien-Frankreich-Deutschland“ als Projekt von gemeinsamem Interesse ausgewählt. Dazu gehören interne Wasserstoffinfrastrukturen in Portugal, Verbindungen zwischen Portugal und Spanien, eine interne Infrastruktur in Spanien, der Wasserstoffverbund Spanien-Frankreich, derzeit unter dem Namen „BarMar“ bekannt, sowie Infrastrukturen in Frankreich mit Anbindung an Deutschland.

Im Oktober 2022 haben sich die Regierungen Portugals, Frankreichs und Spaniens darauf geeinigt, den Ausbau der Verbindungsleitungen auf der Iberischen Halbinsel zu beschleunigen. Dazu wurde das bestehende Projekt einer reinen Gasleitung durch ein anderes ersetzt, welches eine Seepipeline vorsieht, die neben dem Transport dieses fossilen Energieträgers in Zukunft auch für den Transport von „grünem“ Wasserstoff genutzt werden soll.

Die Staats- und Regierungschefs dieser drei Länder – António Costa, Pedro Sánchez und Emmanuel Macron – haben beschlossen, einen „grünen Energiekorridor“ auf dem Seeweg zwischen Barcelona und Marseille (BarMar) anstelle einer Route durch die Pyrenäen (MidCat) zu realisieren.

Premierminister António Costa hatte damals die Hoffnung geäußert, dass dieses neue Projekt mit europäischen Mitteln im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) finanziert werden könnte. Allerdings müsste es als Projekt von gemeinsamem Interesse eingestuft werden.

Diese Einstufung, die jetzt vergeben wird, betrifft Infrastrukturinitiativen für die Energiesysteme der EU, wie etwa Verbindungsleitungen, die es den Ländern ermöglichen, von beschleunigten Genehmigungs- und Finanzierungsverfahren zu profitieren.

Projekte von gemeinsamem Interesse werden ausgewählt, weil sie als wesentliche Infrastruktur für die Verwirklichung des europäischen Energiebinnenmarktes gelten und der EU helfen, ihre Energie- und Klimaziele zu erreichen.

Anschließend können sie eine europäische Finanzierung beantragen, wobei die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der CEF in der ersten Hälfte des nächsten Jahres erfolgen wird und die Ergebnisse bis Ende 2024 erwartet werden.

Ein weiteres portugiesisches Projekt, das auf dieser Liste steht, betrifft Stromverbundnetze, wie zum Beispiel eine portugiesisch-spanische Stromverbindung zwischen Beariz (Ourense) und Ponte de Lima und Vila Nova de Famalicão.

„Heute unternimmt die Kommission einen weiteren Schritt, um das Energiesystem der EU auf die Zukunft vorzubereiten, indem sie die erste Liste von Vorhaben von gemeinsamem Interesse und Vorhaben von gegenseitigem Interesse, die in vollem Einklang mit dem europäischen Grünen Deal stehen, annimmt“, teilte die EU-Kommission am Dienstag in einer Erklärung mit.

Die Projekte werden von vereinfachten Genehmigungs- und Regulierungsverfahren profitieren und kommen dann für eine finanzielle Unterstützung der EU im Rahmen der CEF infrage.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

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