Tusks Umbau der polnischen Staatsmedien

Abonnieren Sie Europa Kompakt!

Der frisch vereidigte polnische Ministerpräsident Donald Tusk war mit dem Versprechen angetreten, Polen wieder auf den Weg zur liberalen Demokratie zu führen. Jetzt macht er Nägel mit Köpfen – unter heftigen Protesten der ehemaligen Regierungspartei PiS. 

Insbesondere der öffentliche Rundfunk TVP, der zuvor in den festen Händen der PiS war und als deren Propaganda-Kanal galt, wurde von dem liberalkonservativen Tusk ins Visier genommen. Am Mittwoch wurde nicht nur die TAT-Geschäftsführung entlassen, sondern auch die wichtigsten TVP-Kanäle für ein paar Stunden abgeschaltet.

Statt der allabendlichen Nachrichtensendung sahen die Polen an diesem Tag eine Erklärung des neuen Direktors des Senders, Marek Czyż, der versprach, dass ab Donnerstag ein objektives „Bild der Welt“ anstatt  „Propagandasuppe“ präsentieren werde. Tags darauf  wurde dann eine neue Nachrichtensendung ausgestrahlt, mit Czyż als Moderator.

Die PiS wiederum versuchte den Spieß umzudrehen und sich als Verteidiger des Medienpluralismus zu inszenieren. Unterstützung erhalten sie dabei vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda. Dieser ist zwar als Staatsoberhaupt formal unabhängig, war vor seinem Amtsantritt allerdings Mitglied der PiS.

„Das ist Anarchie“, sagte er dem Nachrichtensender Polsat News am Donnerstag. Er unterstellte Tusk, durch den Umbau sein Versprechen nach einer Pluralisierung der Medien zu brechen und das “zynisch als Wiederherstellung der Ordnung zu bezeichnen.“

Den Artikel zum Thema können Sie hier finden.

Europa Kompakt ist der morgendliche Newsletter von Euractiv. Sie können ihn hier abonnieren.

 

HINWEIS: Dies ist die letzte reguläre Ausgabe von Europa Kompakt für 2023. Im Namen des Euractiv-Teams möchten wir Ihnen für Ihre kontinuierliche Unterstützung in all den Jahren danken. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2024.

 

Energie und Umwelt

Auf Eis gelegt: Kommission verschiebt Aktionsplan für Wärmepumpen. Die Europäische Kommission hat ihre Vorschläge zur Förderung der Einführung von Wärmepumpen durch einen speziellen Aktionsplan von der Agenda genommen. Damit wird die Initiative wahrscheinlich bis nach den EU-Wahlen im Juni verschoben. Weiterlesen.

Digitales

MareNostrum5: Meilenstein im Supercomputing-Ökosystem der EU. Im Barcelona Supercomputing Centre (BSC) in Spanien wurde am Donnerstag (21. Dezember) der Supercomputer MareNostrum5 eingeweiht. Damit ist die erste Generation von acht Supercomputern der mittleren Leistungsklasse komplett. Weiterlesen.

Gesetz über digitale Dienste: Drei Pornoseiten kommen auf die Liste. Drei Pornografie-Websites müssen sich an strenge EU-Vorschriften halten, nachdem sie in die Liste der sehr großen Online-Plattformen des Digital Services Act (DSA) aufgenommen wurden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch (20. Dezember) mit. Mehr dazu hier.

Bundesregierung beschließt Umsetzung des Digital Services Act. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch (20. Dezember) den Entwurf für ein Digitale-Dienste-Gesetz beschlossen. Damit soll der Digital Services Act (DSA) in nationales Recht übertragen werden. Kritiker rügen jedoch die relativ späte Umsetzung. Weiterlesen.

Wirtschaft und Verkehr

Einigung auf neue EU-Schuldenregeln: Der Inhalt. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die Finanzminister der EU-Mitgliedstaaten am Mittwoch (20. Dezember) auf neue Schuldenregeln für die EU-Länder geeinigt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Abbau der Haushaltsdefizite und der Staatsverschuldung. Mehr dazu hier.

 

Rundblick Europa

Tschechien trauert um die Opfer des Massenmordes an der Prager Universität. Ein 24-jähriger tschechischer Student hat am Donnerstag (21. Dezember) seinen Vater und dann in seiner Prager Universität 14 Menschen getötet und 25 weitere verletzt. Anschließend tötete er sich möglicherweise selbst. Für das Land war dies der bisher schlimmste Amoklauf. Mehr lesen.

Portugals EU-Botschafter: EU am Scheideweg in Sachen Erweiterung. Die EU stehe vor dem Spagat, die Erweiterung voranzutreiben und gleichzeitig ihre strategische Autonomie in einer neuen geopolitischen Welt zu stärken. Dies erklärte der portugiesische EU-Botschafter Pedro Lourtie während einer Debatte zum Thema „Die EU in einer sich verändernden Welt.“ Mehr lesen.

Macrons Migrationsgesetz ist ein Erfolg für Europas Rechtsextreme. Marine Le Pens Unterstützung für das harte Einwanderungsgesetz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Dienstag (19. Dezember) bedeutet einen weiteren Sieg für Europas rechtes Lager in diesem Jahr. In nur wenigen Monaten finden die EU-Wahlen statt. Zum Artikel.

Macron unterstreicht Frankreichs Engagement im Kampf gegen den Terrorismus. Während seines Besuchs auf einem Luftwaffenstützpunkt in Jordanien am Donnerstag und Freitag werde der französische Präsident Emmanuel Macron „Frankreichs anhaltendes Engagement im Kampf gegen den Terrorismus“ bekräftigen, teilte der Élysée-Palast mit. Weiterlesen.

Sánchez erwidert Katalonien: Kein Selbstbestimmungsreferendum. Die Durchführung eines Selbstbestimmungsreferendums für Katalonien ist vollkommen ausgeschlossen, sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Donnerstag (21. Dezember). Zuvor hatte der katalanische Präsident Pere Aragonès seine Forderung nach einem solchen Referendum bekräftigt. Den Artikel zum Thema finden Sie hier.

Italien lehnt Vertrag über den Europäischen Stabilitätsmechanismus ab. Die Ratifizierung des Vertrags über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) wurde mit 184 Stimmen abgelehnt, die alle von den Fratelli d’Italia, der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung stammen. In Brüssel wird diese Entscheidung als „bedauerlich“ bezeichnet. Alle Einzelheiten finden Sie hier.

1,2 Milliarden Euro für Transformation der Kohleregionen in Bulgarien. Die Europäische Kommission hat am Donnerstag 1,2 Milliarden Euro für die Umgestaltung der bulgarischen Regionen Stara Zagora, Kyustendil und Pernik im Rahmen des Fonds für einen gerechten Übergang bereitgestellt. Mehr dazu hier.

Nach Protesten: Teilweise Wahlwiederholung in Serbien angekündigt. Serbien kündigte an, die jüngsten Wahlen in bestimmten Gebieten zu wiederholen. Zuvor gab es Proteste und internationale Verurteilung wegen angeblichen Betrugs bei der landesweiten Abstimmung. Mehr dazu.

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren