Prag sollte die belarussische Oppositionsregierung von Sviatlana Tsikhanouskaya aufnehmen, die sich derzeit im Exil in Vilnius befindet, schlug der tschechische Senatspräsident Miloš Vystrčil am Montag (25. März) vor. Er machte historische Bezüge geltend.
Im Rahmen ihres viertägigen Besuchs in Prag, der am Dienstag endet, nahm Tsikhanouskaya am Montag an einer Gedenkfeier auf dem Olšany-Friedhof der Stadt teil.
Dort gedachte sie zweier belarussischer Exilpräsidenten, die in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts von der tschechischen Hauptstadt aus regierten, nachdem das bolschewistische Russland ihr Land besetzt hatte. Auch Vystrčil nahm an der Zeremonie teil.
„Ich bin überzeugt, dass Prag, die Tschechische Republik, auch heute noch der belarussischen Exilregierung einen Ort bieten sollte, an dem sie für ein freies Belarus arbeiten kann“, teilte Vystrčil den Medien mit. Er verwies dabei auch auf die Exilpräsidenten, die dereinst in Prag weilten.
Ihm zufolge sei das derzeitige Regime des belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko noch diktatorischer, unterdrückerischer und brutaler geworden. Grund dafür sei die Unterstützung durch das Regime des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Zuvor hatte Tsikhanouskaya am Montag an der Eröffnung eines Büros der demokratischen Kräfte von Belarus in Prag teilgenommen.
Sie dankte nicht nur Tschechien, sondern der gesamten freien Welt für ihre Hilfe und Unterstützung bei den pro-demokratischen Bemühungen der Opposition und dem Streben das Land in den europäischen Strukturen zu verankern.
Vor ihrer Abreise am Dienstag wird die belarussische Oppositionschefin mit anderen tschechischen Spitzenpolitikern zusammentreffen. Seit sie aus Belarus wegen ihrer Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2020 geflohen war, lebt sie im litauischen Exil.

